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Lexikon der Optik: optische Doppelbrechung

optische Doppelbrechung, die Eigenschaft anisotroper Medien, einen auftreffenden Lichtstrahl in zwei senkrecht zueinander linear polarisierte Komponenten aufzuspalten, die sich in unterschiedlichen Richtungen im Medium ausbreiten. Nach Austritt aus dem Medium sind die beiden Teilstrahlen räumlich gegeneinander versetzt, so daß man einen Gegenstand durch das Medium hindurch doppelt sieht (Abb.). O. D. läßt sich an anisotropen Kristallen beobachten (Kristalloptik), aber auch an isotropen Substanzen, in die nichtsphärische Teilchen eingelagert sind (Formdoppelbrechung). Durch äußere Einwirkungen kann man in Kristallen eine bereits vorhanden D. verändern, aber auch in isotropen Medien künstlich hervorrufen (akzidentelle D.). So lassen sich durch mechanische Kräfte Spannungsdoppelbrechung, Deformationsdoppelbrechung sowie Orientierungsdoppelbrechung erzeugen. Bei Strömung zäher Flüssigkeiten tritt Strömungsdoppelbrechung auf. Des weiteren kann o. D. durch äußere elektrische oder magnetische Felder hervorgerufen werden (elektrooptische Effekte, magnetooptische Effekte). Zirkulare und elliptische D. ist an optisch aktiven Kristallen zu beobachten (optische Aktivität).



Optische Doppelbrechung: Doppelbrechung des Lichtes durch ein Calcit(=Kalkspat)rhomboeder.

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