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Lexikon der Optik: Perimetrie

Perimetrie, Prüfung des Gesichtsfeldes. Die Meßgröße der P. ist die Lichtunterschiedsempfindlichkeit (LUE). Es gibt zwei Prüfstrategien.

a) Bei der statischen P. wird an einem festen Netzhautorte die Helligkeit des Prüfpunktes verändert, so daß die LUE quantitativ ermittelt werden kann (Abb.). Die statische P. ist automatisierbar, so daß sie weitgehend vom Untersucher unabhängig ist. Ihr großer Vorteil besteht darin, daß das Gesichtsfeld durch Angabe von Zahlenwerten darstellbar ist. Sie weist eine sehr hohe Sensitivität auf, d.h., es werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Auffälligkeiten des Gesichtsfeldes mit diesem Verfahren entdeckt. Andererseits ist das Verfahren so empfindlich, daß individuelle Varianten des Gesichtsfeldes ermittelt werden können, die nicht notwendigerweise pathologischen Ursprunges sein müssen.

b) Bei der kinetischen P. wird ein Prüfpunkt konstanter Helligkeit von der Peripherie her zum Gesichtsfeld hin bewegt (Abb.). Wird der Prüfpunkt erstmalig gesehen, so ist hierdurch die Ausdehnung des Gesichtsfeldes bestimmt. Es stimmen dann die Helligkeit des Prüfpunktes und die LUE der Netzhaut überein. Dieses Verfahren wird für verschiedene Meridiane des Gesichtsfeldes wiederholt. Die Verbindungslinie aller Netzhautorte gleicher LUE bilden eine Isoptere. Wird das Verfahren mit unterschiedlichen Prüfpunkthelligkeiten durchgeführt, ergeben sich verschiedene Isoptere, deren Ausdehnung um so geringer ist, je geringer die Prüfpunkthelligkeit war.

Die Bedeutung der P. liegt heute in der Diagnose und der Verlaufskontrolle des Glaukoms. Ihre überragende Bedeutung in der Neurologie und Neurochirurgie zur Lokalisation von pathologischen Veränderungen des Gehirns hat sie durch bildgebende Verfahren wie die Computertomographie und die Kernspinthomographie verloren.



Perimetrie: Prinzipien der statischen und der kinetischen Perimetrie (nach Lachenmayer und Kojentinsky, mit freundlicher Genehmigung der G. Rodenstock Instrumente GmbH).

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