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Lexikon der Optik: Sicht

Sicht, meteorologische Sichtweite, die durch atmosphärische Trübung bedingte Grenzentfernung, bis zu der man gerade noch sehen kann. Man unterscheidet zwischen Tagessichtweite oder Tagessicht von natürlichen Sichtzielen und der Nachtsichtweite oder Feuersicht von Lichtern. Die Größenordnungen der S. reichen von Nebelsicht mit weniger als 100 m bis zur Fernsicht, z.B. der Alpenfernsicht von einigen 100 km. Von der Tagessicht ist die Normsicht VN abgeleitet, die anstelle des Extinktionskoeffizienten μ (Extinktion) den Trübungszustand der atmosphärischen Luft sehr anschaulich beschreibt. Der Zusammenhang ist durch die Gleichung VN = ln(1/ε)μ-1 = 3,91 μ-1 gegeben, wobei ε=0,02 der Kontrastschwellenwert des Auges für natürliche, dunkle Ziele ist. die Sichttheorie geht davon aus, daß die Leuchtdichte B eines schwarzen Sichtzieles in der Entfernung C vor dem Horizonthimmel

beträgt, wobei Bh die Leuchtdichte des Horizonthimmels in Richtung des Sichtzieles ist. Für C=VN wird der Helligkeitskontrast K zwischen Sichtziel und Umgebung K=(Bh-B)/Bh gleich dem Kontrastschwellenwert ε. Die Nachtsichtweite eines Lichtes der Lichtstärke I wird Tragweite H genannt. Zur Messung der Normsichtweite dienen Sichtmesser. Sie sind vielfach als photoelektrische Photometer ausgebildet. Nach dem Verfahren der Durchlässigkeitsmessung mit einem modulierten Lichtstrahl längs einer horizontalen Meßstrecke von einigen 100 m arbeiten die Transmissometer. Ohne Gegenstation, für Schrägsichtmessungen, arbeiten Lidargeräte (Lidar), die das rückwärts gestreute Licht als ein Maß für die Sichtweite registrieren.

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