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Lexikon der Optik: Stiles-Crawford-Effekt

Stiles-Crawford-Effekt, 1. Art, Abhängigkeit der Helligkeitsempfindung vom Durchtrittsort des abbildenden Strahlenbündels in der Pupille. Licht, das zentral durch die Pupille hindurchtritt, hat eine größere Reizwirksamheit als peripher hindurchtretendes. Der S. ist an die Zapfen gekoppelt; die Stäbchen zeigen ihn nicht. Ursache für den S. sind die optischen Eigenschaften der Zapfen. Wegen der im Vergleich zu den umgebenden Strukturen größeren Brechzahl der Zapfen wirken diese wie Lichtleiter. Bei kleinem Einfallswinkel des Lichtes, bezogen auf die Längsachse der Zapfen, wird das Licht infolge Totalreflexion im Inneren der Zapfen geführt. Licht, das unter einem größeren Winkel auf die Zapfen auftrifft, verläßt diese dagegen, bevor es deren ganze Länge durchlaufen hat. Die Absorptionswahrscheinlichkeit des Lichtes im Zapfen ist um so größer, je länger der Lichtweg im Zapfen ist. Der S. kann eine Fehlerquelle bei der Auswertung photometrischer Messungen am Auge sein.

2. Art, Abhängigkeit der Farbempfindung vom Durchtrittsort des abbildenden Strahlenbündels durch die Pupille. Ein Lichtbündel, das durch die Mitte der Pupille ins Auge gelangt, ruft eine andere Farbempfindung hervor als eines, das durch die Peripherie geht (Abb.). Grünes Licht erscheint im Randstrahl bläulicher als im Zentralstrahl. Gelbes Licht erscheint bei peripherem Durchtritt durch die Pupille rötlicher; blaues Licht grünlicher.



Stiles-Crawford-Effekt: Stiles-Crawford-Effekt 2. Art. Scheinbare Verschiebung δl der Wellenlänge bei Wechsel des Durchtrittsortes des Strahlenbündels von der Mitte der Pupille zu ihrem Rande.

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