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Lexikon der Optik: Umkehrprozeß

Umkehrprozeß, Direkt-Positiv-Prozeß, photographisches Verfahren, um positive photographische Bilder unmittelbar auf dem photographischen Aufnahmematerial hervorzurufen. Im Gegensatz dazu wird beim Negativ-Positiv-Prozeß das Positivbild auf dem Wege über das Negativbild erzeugt. Die Durchführung des U., die Umkehrentwicklung, ist grundsätzlich mit jedem beliebigen photographischen Material auf Silberhalogenidbasis möglich, in der Praxis sind jedoch spezielle Umkehrfilme und Umkehrpapiere in Gebrauch. Da beim U. stets nur ein einziges Originalpositiv erzeugt wird, konzentriert sich die Anwendung auf spezielle Anwendungsgebiete, beispielsweise Amateur-Schmalfilme, Schnell-Paßbilder.

Bei der Schwarzweiß-Umkehrentwicklung wird das bei einer Erstentwicklung übriggebliebene Silberhalogenid der photographischen Schicht für den Aufbau des Positivbildes verwendet. Dazu wird das Bildsilber des Negativs, das bei der Erstentwicklung entstanden ist, im Bleichbad durch Oxidation, z.B. durch Baden in Kaliumpermanganat oder Kaliumdichromat in schwefelsaurer Lösung, in lösliches Silbersulfat überführt. Damit kann es aus der Schicht diffundieren. Die durch Reaktion der Oxidationsmittel mit der Gelatine entstandenen Produkte werden in einem Klärbad entfernt. Danach erfolgt eine diffuse (Zweit-)Belichtung, mit der das verbliebene Silberhalogenid entwickelbar gemacht wird. In einer Zweitentwicklung wird das positive Bild erzeugt. Durch differenzierte Zweitbelichtungen lassen sich Fehlbelichtungen, die bei der Aufnahme erfolgten, in gewissem Umfang ausgleichen.

Bei der Farbumkehrentwicklung wird im Gegensatz zum Schwarzweiß-Verfahren das entwickelte Silber erst nach der Zweitentwicklung, der Farbentwicklung des Positivs, zusammen mit dem in dieser Stufe entwickelten Silber im Bleichbad entfernt. Komplizierte Arbeitsgänge sind bei solchen Color-Umkehrmaterialien notwendig, bei denen die Farbkuppler in den Farbentwicklern enthalten sind (Farbenphotographie).

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