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Lexikon der Optik: Winkelmeßgeräte

Winkelmeßgeräte, Feinmeßgeräte auf mechanisch-optischer Grundlage für die Ermittlung von Winkelwerten in der industriellen Feinmeßtechnik an Prüflingen aller Art.

W. arbeiten mit mechanischer Antastung, d.h. durch Herstellung eines Berührungskontaktes zwischen Prüfling und Meßgerät. Die Ablesung erfolgt vorwiegend visuell mit Hilfe eines Mikroskops.

Der optische Teilkopf ist ein Winkelmeßgerät, das bei Herstellung und Prüfung von verzahnten oder im Winkelmaß unterteilten Gegenständen verwendet wird. Der mikroskopisch zu betrachtende Glasteilkreis mit Gradteilung befindet sich geschützt im Inneren des Gerätes. Das Mikroskopokular ist mit einem die Gradintervalle optisch unterteilenden Interpolator versehen (Okularmikrometer) und ermöglicht eine Ablesegenauigkeit von etwa 5″.

Vorteilhaft lassen sich auch inkrementale Meßverfahren für die Winkelmessung nutzen.

Der optische Rundtisch (auch optischer Kreisteiltisch genannt) wird für Teilarbeiten in einer waagerechten Ebene verwendet und ist für die Aufnahme auch schwerer Körper geeignet. Er ist mit einer Winkeleinstell- und Ableseeinrichtung versehen, die aus einem mit der Rundtischachse fluchtenden Glasteilkreis besteht, dessen Stellung mit einem Mikroskop abgelesen oder inkrementell automatisch angetastet und digital angezeigt wird. Die Meßgenauigkeit hängt im wesentlichen vom verwendeten Winkelmeßsystem ab und kann bei luftgelagerten Rundtischen und hochauflösenden optischen Winkelmeßsystemen 0,03″ bis 1″ betragen. Bei visueller Ablesung einer Okularstrichplatte werden Genauigkeiten bis zu 0,5' erreicht.

Die Winkellibelle mit Mikroskop dient zum Messen und Einstellen von Neigungen und Winkeln an ebenen und zylindrischen Körperflächen in bezug auf die Erdachse. Die Meßstellung wird angezeigt durch eine Röhrenlibelle, die im allgemeinen eine Empfindlichkeit von 30″ Skalenwert/2 mm Blasenweg besitzt und über einen verstellbaren Spiegel beobachtet wird (Libelle).

Die Koinzidenzlibelle ist ein optisches Winkelmeßgerät für Neigungsmessungen und Ebenheitsprüfungen an ebenen und zylindrischen Flächen. Die beiden Enden einer eingebauten Röhrenlibelle werden durch ein Prismensystem halbiert nebeneinander abgebildet. Die Koinzidenz der beiden Blasenenden, die sich bei Verstellung des Feintriebes gegenläufig bewegen, wird mit einer Lupe beobachtet, womit eine Ablesegenauigkeit von 2″ Neigungsänderung ermöglicht wird. Die Auflagefläche der Koinzidenzlibelle besteht aus einem ebenen Meßflächenanteil und einer prismatischen Nut. Elektronisch arbeitende Libellen (Klinometer, Tiltmeter) gestatten Auflösungen unter 0,1″.

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