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Lexikon der Psychologie

Schrittmacherphänomen

Schrittmacherphänomen, ein klassisches Experiment zur Aktivierung und Leistungssteigerung (Leistung) in Anwesenheit anderer Personen, von Norman D. Triplett 1897 erstmals durchgeführt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Untersuchungen zur sozialen Leistungssteigerung durchgeführt: Erbringen Personen in Anwesenheit anderer Personen höhere Leistungen oder nicht? Die Frage wurde damals von Pädagogen diskutiert, weil man herausfinden wollte, ob Einzelunterricht dem Gruppenunterricht vorzuziehen sei. Norman D. Tripletts führte dazu das wohl erste sozialpsychologische Experiment überhaupt durch. Die Untersuchungen Tripletts fußen auf Beobachtungen beim Radrennsport: Die Leistungen einzelner Fahrer wurden bei Anwesenheit anderer Fahrer gesteigert – das "Schrittmacherphänomen". Basierend auf dieser Beobachtung führte Triplett ein Laborexperiment durch, in dem 40 Kinder an einer speziell konstruierten Maschine einzeln oder gleichzeitig mit anderen Angelschnüre aufzurollen hatten. Wie die Ergebnisse zeigten, erfolgte tatsächlich eine Leistungssteigerung in der Gruppe. Aufgrund dieser Ergebnisse verfaßte Triplett seine "Theorie der Dynamogenese” (Freisetzung latenter Energien durch die einfache Anwesenheit anderer).

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