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Seuchen : Nächstenliebe in Zeiten der Syphilis

Obwohl er die Krankheit für eine Strafe Gottes hielt, kämpfte ein Straßburger Geistlicher für einen menschenwürdigen Umgang mit den Betroffenen.

1496, als sich das Mittelalter anschickte, einer neuen Zeit zu weichen, die den Menschen und die Natur nicht allein als Gottes Schöpfung betrachtete, suchte eine schreckliche Krankheit Straßburg heim, eine Stadt mit damals gut 20 000 Einwohnern. Geschwüre plagten die Betroffenen, die vor allem in der Nacht unter starken Schmerzen litten. Erst im Jahr zuvor hatten Soldaten des französischen Königs Karl VIII. nach der Eroberung Neapels über solche Symptome geklagt. Italienische Ärzte sprachen daher von der Franzosenkrankheit, französische nannten sie italienisch. Der Prediger des Straßburger Münsters, Johannes Geiler von Kaysersberg (1445–1510) bezeichnete das Leiden wohl auf Grund der Geschwüre als Blattern …

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 2/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 2/2019

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  • Quellen

Leven, K.-H.: Die Geschichte der Infektionskrankheiten. Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Ecomed, 1997

Wieselhuber, C.: Miserum spectaculum, horrendus fetor, as- pectus horrendus: ›Syphilis‹ in Strasbourg at the turn of the 16th century. In: Connelly, E., Künzel, S. (Hg.): New approaches to disease, disability, and medicine in medieval Europe. Ar­chaeopress 2018, S. 141–151