Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Astronomie und Praxis: Beobachtungen: Vor 20 Jahren: Komet Hale-Bopp am Nachthimmel

Schon viele neu entdeckte Schweifsterne kündigten sich als "Jahrhundertkomet" an – doch nur wenige erfüllten die hohen Erwartungen. Zu den spektakulären Ausnahmen gehörte Hale-Bopp: Im Frühjahr 1997 schmückte der rund zwei Jahre zuvor entdeckte Komet den Himmel über Mitteleuropa. Ein Astrofotograf, der das Spektakel miterlebte, erinnert sich und öffnet sein Fotoarchiv.
Am 11. April 1997, nach der größten Annäherung an die Erde, nahm Sebastian Voltmer den bläulichen Gasschweif und den hellen Staubschweif auf. Der dunkle Himmel über der Hochebene der Sternwarte Peterberg im nördlichen Saarland ermöglichte dieses Bild.

Die astronomische Biografie von Hale-Bopp beginnt im Verborgenen. Auf der langgezogenen Bahn, die den eisigen Brocken aus den Tiefen des Raums in das innere Sonnensystem führte, wurde der noch unscheinbare Himmelskörper am 23. Juli 1995 bemerkt. Damals befand er sich in der rund siebenfachen Distanz Erde – Sonne und erhielt zunächst die Bezeichnung C/1995 O1. Doch schon bald stellte sich heraus, dass den beiden US-amerikanischen Entdeckern, Alan Hale in New Mexico und Thomas Bopp in Arizona, ein wahres Prachtexemplar ins Netz gegangen war: Unabhängig voneinander hatten der Forscher und der Amateuras­tronom diesen rund 40 Kilometer großen Klumpen aus gefrorenem Gas und Staub aufgespürt, der schon jenseits der Jupiterbahn ungewöhnlich hell erschien.

So waren es nicht nur passionierte Sternfreunde, die der für 1996/97 prognostizierten Annäherung an die Erde erwartungsvoll entgegensahen. Auch in der breiten Öffentlichkeit wurde der Schweifstern schnell unter dem Namen "Hale-Bopp" berühmt. Ich selbst sah den Kometen erstmals im Mai 1996 und hielt damals seinen Anblick zeichnerisch auf Papier fest. Zu jener Zeit war Hale-Bopp ein schwaches, ausschließlich mit Teleskopen sichtbares Nebelfleckchen am Himmel – was sich jedoch bald ändern sollte. Im Oktober 1996 fertigte ich eine letzte Skizze an, bevor der flüchtige Besucher für einige Monate hinter der Sonne verschwand. Im neuen Jahr aber war er ein Schweifstern für alle! ...

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – 38/2021

In dieser Ausgabe widmen wir uns unter anderem der dunklen Energie und dem Goldrausch am Amazonas. Außerdem erklären wir, was die Körpersprache und die Blicke eines Menschen verraten.

Sterne und Weltraum – 9/2021

Jagd auf Nebel: Neuer Katalog von Amateuren - Mehr als Fiktion: Warp-Antrieb und negative Energie - Sonnensystem: Neue Erkenntnisse, wie alles begann - Helle Supernova: Sternexplosion folgte auf doppelte Detonation - Kometenjahr 2020: Nicht nur NEOWISE überraschte

Spektrum der Wissenschaft – Highlights 3/2021: Die großen Rätsel des Universums

Extreme Phänomene, exotische Teilchen, ferne Welten - Dunkle Materie: Modifizierte Gravitation statt neuer Teilchen? • Schwarze Löcher: Die Saat der ersten Quasare • Hubble-Konstante: Streit um die Ausdehnung des Kosmos

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!