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Teilchenphysik: 50000 Spiegelbilder des Wasserstoffatoms



Zu jedem Teilchen gibt es ein "spiegelbildliches" Pendant. Diese Antiteilchen kommen in unserer Welt jedoch praktisch nicht vor; sie können nur in Beschleunigern erzeugt werden. Antiatome waren lange Zeit sogar überhaupt nicht bekannt. Erst vor sieben Jahren gelang es am europäischen Teilchenlaboratorium Cern in Genf, eine Hand voll Antiwasserstoffatome herzustellen, in denen ein Positron (Antielektron) ein Antiproton umkreist. Nun konnte die internationale Forschergruppe "Athena" am Cern erstmals auch eine größere Menge dieser exotischen Paare kreieren. In einem trickreichen Experiment schuf sie rund 50000 davon – mittels einer Apparatur zum Abbremsen von Antiprotonen sowie eines radioaktiven Isotops, das beim Zerfall Positronen aussendet. Damit verfügen die Forscher nun endlich über genug Antiwasserstoff, um herauszufinden, ob er tatsächlich ein vollkommenes Spiegelbild des Wasserstoffs ist. Unterschiede, so klein sie auch sein mögen, könnten erklären, warum unsere Welt nur aus Materie besteht, obwohl theoretisch nach dem Urknall genauso viel Antimaterie entstanden sein sollte. (Cern, 18.9.2002)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 11 / 2002, Seite 45
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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