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Blitzlichterinnerungen: 9/11 – Und wo waren Sie?

Das wissen Sie bestimmt noch genau: wo und wie Sie von den Terroranschlägen des 11. September 2001 erfuhren. Doch ist auf solche blitzlichtartigen Momentaufnahmen Verlass? Forscher hegen begründete Zweifel.
Neuroanatomie des Erinnerns
Wie ein Blitz schlug diese Meldung ein: Terroristen hatten zwei Flugzeuge in das World Trade Center gelenkt. Innerhalb kurzer Zeit gelangte die Nachricht über die Medien, per Flurfunk und Telefon bis in die entlegensten Winkel der Welt. Als die beiden Zwillingstürme in sich zusammenstürzten, saßen schon Millionen Menschen vor den Fernsehschirmen und wurden Augenzeugen eines Ereignisses, das den Lauf der Geschichte veränderte. Die Anschläge vom 11. September 2001 markieren einen historisch dramatischen Moment, an den sich nahezu jeder sehr gut erinnern kann. Die meisten wissen noch genau, wie und wo sie an jenem Dienstagnachmittag vor sechs Jahren davon hörten, wer es ihnen berichtete und was sie da gerade taten. Gedächtnispsychologen sprechen von »Blitzlichterinnerungen«: überaus lebhaften und detailreichen Erinnerungen daran, wie und unter welchen Umständen jemand erstmals von einem unerwarteten, weltgeschichtlich bedeutsamen Ereignis erfahren hat …
Dezember 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Dezember 2007

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Literaturtipps

Bohn, A., Berntsen, D.: Pleasantness Bias in Flashbulb Memories: Positive and Negative Flashbulb Memories of the Fall of the Berlin Wall. In: Memory & Cognition 35(3), 2007, S. 565-577.

Colegrove, F. W.: Individual Memories. In: American Journal of Psychology 10, 1899, S. 228 – 255

Davidson, P. S. R. et al.: Source Memory in the Real World: A Neuropsychological Study of Flashbulb Memory. In: Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology 27(7), 2005, S. 915-929.

Greenberg, D. L.: President Bush’s False »Flashbulb« Memory of 9/11/01. In: Applied Cognitive Psychology 18(3), 2004, S. 363-370.

Winograd, E., Neisser, U. (Hg.): Affect and Accuracy in Recall: Studies of »Flashbulb« Memories. New York: Cam­bridge University Press 2006.