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Zoologie: A Monograph of the Testudinata

CD-Rom nach dem Original von 1832–1836. Octavo (www.octavo.com), Oakland (Kalifornien) 2000. $ 35,–


Nur selten hat man das Vergnügen, ein kostbares altes Buch in die Hand zu nehmen. Der Octavo-Verlag verhilft aber zu einem fast authentischen Ersatz. Dank digitaler Datenbanken können Sie in jahrhundertealten Werken "blättern".

Jetzt erschien auf CD die Schildkrötenmonografie des englischen Naturforschers Thomas Bell, entstanden in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts. Sämtliche Texte und Abbildungen des Bandes, der bis heute als einer der umfassendsten über diese Reptilien gilt, haben die Herausgeber Doppelseite für Doppelseite eingespeichert. Dazu liefern sie ausführliche Informationen über Werk und Autor.

In der gleichen Reihe sind bis jetzt fast dreißig CDs erschienen, darunter auch Klassiker wie Dürers "Underweysung der Messung", "De revolutionibus orbium coelestium" von Nikolaus Kopernikus und das Anatomiebuch "De humani corporis fabrica" des Andreas Vesalius von 1543.

Die Anweisungen zum Gebrauch der CD sind gut verständlich aufgebaut. Auch wer mit dem elektronischen Medium noch nicht viel Erfahrung hat, versteht schnell, wie er gewünschte Seiten finden, Bildausschnitte in praktisch beliebiger Vergrößerung heranholen, nach Stichworten im Text suchen oder sich Passagen und einzelne Abbildungen ausdrucken lassen kann. Experten dürften rasch auf die gewünschte Fachinformation treffen.

Wer nichts Bestimmtes sucht, kann sich vor- und rückwärts durch den Band blättern – die Doppelseiten scheinen aufgeschlagen vor dem Betrachter zu liegen – oder sich einzelne Kapitel anschauen und die Abbildungen bewundern, die weitgehend von Edward Lear stammen, einem der besten naturkundlichen Lithographen jener Zeit. Umständlich fand ich nur, dass man aus dem Text heraus das Inhaltsverzeichnis nicht direkt anwählen kann, sondern stets wieder über die Eröffnungsseite gehen muss.

Fast glaubt man, das physische Gewicht des kostbaren alten Buches zu spüren.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001, Seite 97
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001

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