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Interview: "Aber bitte nicht zu viele Kräuter!"

Für "Vision" hat sich Margarethe von Trotta ("Die bleierne Zeit", "Rosa Luxemburg") ins Mittelalter vorgewagt: Der Spielfilm über Hildegard von Bingen läuft ab dem 24. September 2009 in den Kinos. epoc-Redakteurin Claudia Mocek sprach mit der Regisseurin und Drehbuchautorin über Visionen, Bibelwissen und den Hildegard-Kult von heute.
epoc: "Rosa Luxemburg" und "Vision": Bisher haben Ihre Filme im 20. Jahrhundert ge­spielt. Was hat eine Sozialistin mit Hildegard von Bingen gemeinsam?

Margarethe von Trotta: Schon Anfang der 1980er Jahre hatte ich die Idee zu einem Film über Hildegard. Damals war es neu, dass Frau­en nach starken Frauen in der Geschichte gesucht haben. Dann kam Rosa Luxemburg dazwischen – ein Film, den Rainer Werner Fassbinder noch machen sollte. Natürlich stand mir Rosa zunächst näher als Hildegard, sowohl von der Zeit als auch von der Utopie her. Als ich dann einen Film über Hannah Arendt drehen wollte, der sich aber nicht finanzieren ließ, schlug mein Produzent das Hildegard-Drehbuch vor. An ihr hat mich fasziniert, dass sie eine frühe Vorläuferin der Frauen ist, die das, was sie glauben, auch leben. Bei Hildegard war es die Religiosität, bei Rosa Luxemburg die Geschichte – da kommen beide wieder zusammen.

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