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Geistesblitze - Erziehung: Abschweifen steckt an

Wenn Eltern ihren Blick beim Spielen mit dem Nachwuchs immer wieder abgelenkt durch die Gegend schweifen lassen, beeinträchtigt das möglicherweise auch die Aufmerksamkeit ihrer Kinder. Chen Yu und Linda Smith von der Indiana University in Bloomington präsentierten Eltern mit ihren Kleinkindern verschiedene Spielzeuge, mit denen sie sich gemeinsam beschäftigen durften.

Die Probanden saßen sich dabei gegenüber und trugen jeweils eine Kamera auf dem Kopf, die es den Wissenschaftlern später erlaubte, die Blicke der Teilnehmer genau zu analysieren.

Tatsächlich beschäftigten sich die Kinder länger mit einem Spielzeug, wenn deren Eltern sich diesem ebenfalls für mehrere Sekunden ohne Ablenkung widmeten. Ihr Interesse blieb dann auch länger bestehen, wenn Mutter oder Vater den Blick schließlich wieder abwandte. Grundsätzlich schien es zudem wirkungsvoller zu sein, das Kind entscheiden zu lassen, womit gespielt werden soll: Eltern, die selbst den Ton angeben wollten, sorgten stattdessen dafür, dass der Nachwuchs schnell das Interesse verlor.

Wie gut Kinder bei verschiedenen Aufgaben bei der Stange bleiben, sei ein wichtiger Indikator für den späteren Bildungserfolg, betonen die Forscher. Das fördere auch die Entwicklung von Sprach- oder Problemlösekompetenzen. (dz)

Curr. Biol. 10.1016/j.cub.2016.03.026, 2016

7/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 7/2016

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