Direkt zum Inhalt

Interview: "ADHS ist keine Krankheit"

Immer mehr Kinder gelten als notorisch unaufmerksam oder hyperaktiv - wie kommt das? Werden Heranwachsende heute mit so vielen Reizen überflutet, dass mancher dem nicht mehr gewachsen ist? Oder stellen Eltern und Lehrer höhere Ansprüche an das Konzentrationsvermögen als früher? G&G sprach mit dem Heidelberger Kinderpsychiater und ADHS-Spezialisten Helmut Bonney.
Helmut BonneyLaden...

Herr Dr. Bonney, Studien deuten auf einen großen Einfluss genetischer Faktoren bei der Entstehung von ADHS hin. Andererseits hat die Zahl der Diagnosen in jüngster Zeit zugenommen. Wie passt das zusammen?
Unsere genetische Ausstattung hat sich in den letzten paar tausend Jahren sicher nicht grundlegend verändert. Wenn man heute also in wachsendem Maß Aufmerksamkeitsprob­leme bei Kindern beobachtet, dann hat das in erster Linie mit veränderten Umweltanforderungen zu tun. ADHS ist im Wesentlichen ein kulturelles Phänomen, dessen Wurzeln weit zurück­reichen. Schon etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts machte das Verständnis von Wahrnehmungsprozessen einen grundlegenden Wan­del durch: Nicht mehr das Objekt ­wurde als deren Ausgangspunkt betrachtet, sondern das Subjekt, das selbstständig dafür sorgen muss, dass es im "Gewühle der Sinneseindrücke" nicht untergeht ...

September 2012

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist September 2012

Kennen Sie schon …

Angst - Körper und Seele im Ausnahmezustand

Spektrum Kompakt – Angst - Körper und Seele im Ausnahmezustand

Angst ist überlebenswichtig: Sie sorgt dafür, dass wir in eventuell gefährlichen Situationen angemessen reagieren. Nimmt das Gefühl jedoch überhand und bestimmt das Leben, wird das für die Betroffenen zur Qual und ein Fall für professionelle Hilfe.

43/2018

Spektrum - Die Woche – 43/2018

In dieser Ausgabe widmen wir uns Ängsten, Wäldern und dem Diesel.

Erfolg und Niederlage

Spektrum Kompakt – Erfolg und Niederlage

Zwischen begeistertem Jubel und tiefer Niedergeschlagenheit liegt oft nicht viel - im Sport beispielsweise nur die entscheidende Sekunde oder ein knapper Zentimeter. Wie gehen wir mit diesen starken Gefühlen um? Wie spornen wir uns an, und was hilft uns, Enttäuschungen zu verarbeiten?

Lesermeinung

2 Beiträge anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Literaturtipp

Bonney, H: ADHS - Na und? Vom heilsamen Umgang mit handlungsbereiten und wahrnehmungsstarken Kindern. Carl-Auer, Heidelberg 2012
Ausführliche Erläuterungen unter anderem zu der Frage, ob ADHS als Störung zu betrachten ist oder nicht