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Genetik: Affe mit Leuchtstoff-Gen



Transgene Bakterien, Pflanzen und Mäuse gehören inzwischen zum Labor-Alltag. Jetzt haben Forscher um Gerald Schatten am Oregon Regional Primate Center in Portland erstmals auch in die Keimbahn eines Primaten eingegriffen. Mit Erfolg: Rhesusaffe ANDi trägt in seinem Genom ein Quallen-Gen mit dem Code für ein grün fluoreszierendes Protein. Sein Name ist die umgekehrte Buchstabenfolge von iDNA, die Abkürzung für inserted – also eingefügte – DNA. Zum Einschleusen des artfremden Erbguts nutzten die amerikanischen Forscher Retroviren, denen sie das Quallen-Gen eingebaut hatten. Doch ganz so einfach ist die Modifikation des Erbguts nicht: Von ursprünglich 224 manipulierten und im Reagenzglas befruchteten Eizellen konnten vierzig Embryonen verpflanzt werden, doch nur fünf Affen-Leihmütter wurden schwanger. Von ANDis Geschwistern kamen zwei lebend, aber nicht leuchtend und zwei leuchtend, aber tot zur Welt. Nur ANDi überlebte und trägt das neue Gen, doch er leuchtet bisher nicht. Offenbar befindet sich das Gen an einer Stelle im Erbgut, an der es momentan nicht abgelesen wird. Das ändert sich vielleicht noch, wenn das Tier älter wird. Die Wissenschaftler wollen nun sinnvollere Gene bei Primaten einbauen. "Wir hoffen, in der Forschung die Kluft zwischen transgenen Mäusen und Menschen überwinden zu können", erklärte Schatten, der letztes Jahr schon den ersten Affen durch Teilung eines Embryos geklont hatte. (Science, Vol. 291, S. 309)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001, Seite 27
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001

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