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Siedlungsarchäologie: Kinneret – Alltag auf dem Land

Auf der Anhöhe Tell el-Oreme am See Genezareth erkunden Archäologen das harte Leben in einer israelitischen Kleinstadt des 1. Jahrtausends v. Chr.

"Das ausgeglichene Klima passt für die verschiedenartigsten Gewächse. Nussbäume, die eine besonders kühle Witterung brauchen, gedeihen dort prächtig. Daneben stehen Palmen, die Hitze brauchen, ferner Feigen- und Ölbäume, für die ein gemäßigteres Klima angezeigt ist. Man könnte von einem Wettstreit der Natur sprechen, die sich mächtig anstrengt, alle ihre Gegensätze an einem Ort zusammenzuführen." So schwärmte der jüdische Historiker Flavius Josephus im 1. Jahrhundert n. Chr. von der fruchtbaren Ebene, die sich südlich des Sees Genezareth erstreckte. "Abgesehen von der milden Witterung trägt zur Fruchtbarkeit dieser Gegend auch die Bewässerung durch eine sehr kräftige Quelle bei", schrieb Josephus weiter. "Diese hielten manche für eine Ader des Nils, da es dort eine Fischart gibt, die dem Rabenfisch in dem See von Alexan­drien ähnlich ist."

Diese Quelle sprudelte am Fuß des heutzutage arabisch als Tell el-Oreme, hebräisch als Tell Kinrot bezeichneten Hügels. Seit den 1920er Jahren identifizieren Archäologen ihn mit Kinneret, einem schon in bronzezeitlichen ägyptischen Inschriften des 2. Jahrtausends v. Chr. erwähnten Ort. Laut Altem Testament schlug Josua im Rahmen seiner Eroberungszüge einen so benannten Ort dem israelitischen Stamm der Naftali zu; die Textstelle stammt aber vermutlich aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. Ansonsten gibt sich das Buch der Bücher bedeckt, was diesen Ort angeht. ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

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