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Hirnforschung: Alphawellen fördern kreatives Denken

Um auf originelle Ideen zu kommen, müssen wir unsere gewohnten Denkpfade verlassen. Aber wie genau macht das Gehirn den Weg zu neuen Ideen frei? Wissenschaftler um Caroline Di Bernardi Luft von der Queen Mary University of London ließen 30 Versuchspersonen nach Verbindungen zwischen Wörtern suchen. Dabei stimulierten sie bei den Probanden mittels Wechselstrom die Hirnaktivität in beiden Schläfenlappen, darunter in Regionen, die an kreativen Prozessen beteiligt sind.

Die Tests an drei verschiedenen Tagen zeigten: Die Probanden lieferten kreativere Antworten, wenn bei ihnen der rechte Schläfenlappen stimuliert wurde, anders als bei einer Stimulation des linken oder mit einer Scheinstimulation. Offenbar halfen die elektrischen Schwankungen mit einer Frequenz zwischen 8 und 13 Hertz entscheidend dabei, naheliegende Wortassoziationen zu unterdrücken. Hirnwellen dieser Frequenz, so genannte Alphawellen, treten in der Regel bei geschlossenen Augen oder im entspannten Zustand auf.

Die Forscher hoffen, mittels transkranieller Hirn­stimulation im rechten Schläfenlappen gezielt krea­tiven Ideen den Weg bahnen zu können. »Wenn wir nach einer alternativen Verwendung für ein Glas suchen, müssen wir zunächst unsere gewöhnliche Perspektive auf ein Glas als Behälter unterdrücken. Die Oszillationen im rechten Temporallappen sind ein Schlüsselmechanismus, um diese offensichtlichen Assoziationen zu überschreiben.«

3/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2019

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  • Quelle
PNAS 115, S. E12144–E12152, 2018