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wissenschaft und Öffentlichkeit: Als die Nazis Einstein zum Feind erklärten

Für viele seiner Zeitgenossen verkörperte Albert Einstein den gesellschaftlichen Aufbruch nach dem Ende des Kaiserreichs. Dadurch wurde der jüdisch­stämmige Physiker jedoch zum perfekten Feindbild für die nationale Rechte.

"Mein Mann erhält wieder und wieder Schmähbriefe", empört sich Elsa Einstein am 11. April 1933 in einem Brief an ihre Freundin Antonina Vallentin-Luchaire. "Die deutschen Juden betrachten ihn als ihren Unheilbringer." Zu diesem Zeitpunkt halten sich der Physiknobelpreisträger des Jahres 1921 und seine Frau bereits seit fast einem Monat in Belgien auf.

Es ist der Beginn der unheilvollsten Epoche in der deutschen Geschichte. Am 30. Januar hatte Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt; vier Wochen später, am 27. Februar, stand das Reichstagsgebäude in Flammen; die Neuwahlen des 5. März bescherten der NSDAP – zusammen mit der Deutschnationalen Volkspartei – erstmals die Mehrheit der Parlamentssitze. Unterdessen nimmt die Diskriminierung von Juden fast täglich bedrohlichere Ausmaße an.

In dieser Situation bestand für den Schöpfer der Relativitätstheorie in seiner Heimat höchste Gefahr für Leib und Leben. Vorsichtshalber kehrte der prominente jüdischstämmige Wissenschaftler daher erst gar nicht von einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurück; im Oktober 1933 begab er sich mit seiner Frau Elsa für immer ins amerikanische Exil. ...

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