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Innovationen: Alternativen zum römischen Gutshof

Mit der Bildung zahlloser Kleinbetriebe brachten Galliens Bauern die Landwirtschaft voran und eröffneten unbeabsichtigt auch den Aristokraten neue Formen der Herrschaft.

"Während wir die Pflege und den Nutzen des Landbaus im Auge haben, erreicht uns sowohl von unsern eigenen Ländereien wie denen der Landbesitzer die Klage, dass die Weingüter manchenorts so nachlässig behütet sind, dass sie ständig von Vieh verwüstet werden." So beschrieb Gundobad, König der Burgunden (480 – 516), den Zustand der Landwirtschaft in seinem postum verbreiteten "Buch der älteren und jetzigen Gesetze", einer detaillierten Zusammenstellung von Delikten und den zugehörigen Strafen. Diese Sammlung sollte das Zusammenleben von Burgunden und Romanen von der Region um den Genfer See bis weit hinab ins Rhonetal durch Lebensregeln stabilisieren, genauer gesagt: das Miteinander der Aristokraten beider Stämme und der freien Landbesitzer. Denn landwirtschaftliche Güter bildeten die Grundlage jeglicher Wirtschaft, ein solches Regelwerk diente also der Friedenssicherung im Reich.

Die Zeiten zwischen dem späten 5. und dem frühen 8. Jahrhundert waren ohnehin schwierig. Die wenigen erhaltenen Berichte sprechen von harten Witterungbedingungen mit den damals unvermeidlichen Folgen: Missernten, Viehsterben, Hunger und als Reaktion auf die Not Überfälle, Diebstähle und Krankheiten. Spätestens jetzt sanken die Bevölkerungszahlen auf dem Land wie in den urbanen Zentren (siehe den Beitrag S. 36). Gleichzeitig mussten sich die ethnischen Gruppen Galliens – die romanischstämmigen Einwohner auf der einen, Westgoten, Franken oder Burgunden auf der anderen Seite – nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch arrangieren. ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 1/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 1/2015

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