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Am Rande: UFOs auf die rote Liste?



Alarm: Die Zahl der in Deutschland gemeldeten UFO-Sichtungen sei von 100 im Jahre 1995 auf gerade mal 10 im vergangenen Jahr zurückgegangen, berichtete unlängst der Ufologe Werner Walter von der nationalen Untertassen-Meldestelle in Mannheim. Konsequenzen aus diesem Verschwinden einer seltenen Spezies forderte er erstaunlicherweise nicht. Gehören E. T. und Kollegen nicht auf die Rote Liste? Vor allem aber: warum der Rückgang?

Doch fragen wir einmal anders herum: Warum sollten die intergalaktischen Gäste bleiben? Nehmen wir einmal an, die Besatzung eines Raumschiffes habe sich entschlossen, ganz offiziell in die Bundesrepublik einzuwandern. So wünschenswert eine Greencard für grüne Männchen vor allem in der IT-Branche wäre, stellten sich doch erhebliche bürokratische Hindernisse in den Weg. Wer garantierte, dass ihr Heimatplanet MKS-frei ist? Wie hielten es die Aliens mit den Werten der deutschen Leitkultur? Sprächen sie überhaupt Deutsch? Und wären sie stolz, alsbald Deutsche zu sein und nicht mehr nur Sirianer?

Vielleicht aber meiden unsere Brüder aus dem All die Erde global gesehen – aus den USA gibt es ähnliche Alarmmeldungen. Zu verdenken wäre es ihnen nicht, schließlich machen Treibhauseffekt, übermäßiger Landverbrauch und all die anderen kleinen und großen Umweltkatastrophen den blauen Planeten immer unwirtlicher. Längst täuscht sein herrlicher Anblick aus dem All den interstellaren Pauschaltouristen nicht mehr. Eines ist sicher: Wenn die Begleiter der Menschheit nach Äonen der Evolution ihre Sachen packen und ein Umleitungsschild außerhalb des Sonnensystems installieren, kann das nichts Gutes bedeuten. Zumindest kostet es Arbeitsplätze: in den Medien und einschlägigen Buchverlagen.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2001, Seite 17
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
6 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 6 / 2001

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