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Prähistorie: Zankapfel Paläo-DNA

Genomanalysen revolutionieren die Forschung zur Frühgeschichte des Menschen. Gleichzeitig entfachen sie Konflikte zwischen Archäologen und Genetikern.

Mitten in der Hügellandschaft von Wiltshire im Südwesten Englands liegt eine der größten Megalithanlagen der Jungsteinzeit, der West Kennet Long Barrow. Dieser von mächtigen Steinplatten bedeckte Grabhügel wurde etwa 3600 v. Chr. errichtet. Zunächst dienten seine fünf Kammern wohl als Grab für rund drei Dutzend Männer, Frauen und Kinder. Aber selbst mehr als 1000 Jahre später brachten die Menschen noch Töpferwaren und Perlen dorthin – Reliquien und Huldigungen an Vorfahren und Götter, so interpretieren Forscher den Befund.

Die Artefakte demonstrieren überraschend weitläufige Verbindungen mit dem Kontinent. Das Auftreten der auf Grund ihrer Form als Glockenbecher bezeichneten Gefäße belegt, dass neue Ideen die Britischen Insel erreichten und allmählich eine stabile Kultur mit jahrhundertealten Traditionen veränderten.

Seit 2017 kursieren allerdings mehr und mehr Berichte, die dieses bisherige Bild in Frage stellten. So werteten Forscher Genomdaten von 170 Menschen aus dem europäischen Raum der damaligen Zeit aus, darunter 100, bei denen auch Glockenbecher-Artefakte gefunden wurden. Sie erkannten, dass die Bevölkerungsgruppe, die das Hügelgrab gebaut und ihre Toten dort begraben hatte, bis 2000 v. Chr. nahezu verschwunden war. Die Neuankömmlinge aber scheinen viele Traditionen ihrer Vorgänger fortgeführt zu haben. "Das passt nicht zusammen", wundert sich der Archäologe Neil Carlin vom University College Dublin, der die Übergangsperiode von der Jungsteinzeit ins Kupfer- und Bronzezeitalter Irlands und Großbritanniens erforscht ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2018

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