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Angemerkt!: Die Illusion des Erhabenen

Eine Mission, die Aussicht auf Ruhm und Gänsehaut-Feeling: Was die Terrororganisa­tion "Islamischer Staat" für manche Menschen in unserer Gesellschaft attraktiv macht.
Scott Atran

I m August 2014, nachdem die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mehrere westliche Journalisten und Helfer hingerichtet hatte, verkündete Barack Obama: "Egal, was diese Mörder zu erreichen hoffen, indem sie Unschuldige töten – sie sind schon gescheitert." Stimmt das? Tatsächlich deuten die Fakten auf das Gegenteil hin. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts ICM vom Juli 2014 haben 16 Prozent der Franzosen, ja sogar 27 Prozent der Jugendlichen, eine gute oder sehr gute Meinung vom IS. Dabei sind weniger als sechs Prozent der Franzosen muslimischen Glaubens.

Das Lebenselixier des Terrorismus ist öffentliche Aufmerksamkeit. Und davon hat der IS durch die Enthauptung der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie des Franzosen Hervé Gourdel zur Genüge bekommen. So viel, dass diese Bewegung, die einige Monate zuvor kaum jemand kannte, zu einer Hauptsorge für die westliche Öffentlichkeit und Politik avancierte ...

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  • Quellen

Der französische Originalartikel im Netz: État islamique: l’illusion du sublime?

Atran, S.: Talking to the Enemy: The (Un)Making of Terrorists. Ecco, New York 2010

Atran, S. et al.: Devoted Actors Sacrifice for Close Comrades and Sacred Cause. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 111, S. 17702 – 17703, 2014

Atran, S., Ginges, J.: Religious and Sacred Imperatives in Human Conflict. In: Science 336, S. 855 – 857, 2012