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ASTROPHYSIK: Anstößige Neutrinos



Manche Neutronensterne, die als Endprodukte von bestimmten Supernovae entstehen, wandern mit ziemlicher Geschwindigkeit durchs All. Doch was hat ihnen ihren Schub verliehen? Eine gängige Theorie unter Astrophysikern sieht den umtriebigen Stern als ehemaligen Partner eines Doppelstern-Systems. Wenn er im Verlauf der Supernova-Explosion seine äußere Hülle absprengt, verschieben sich die Gravitationskräfte zwischen beiden Partnern, sodass beide ihre Bewegungsrichtung ändern. Herman Mosuera Cuesta vom brasilianischen Forschungszentrum für Physik in Rio de Janeiro hat nun eine andere Hypothese aufgestellt. Danach würden die bei einer Supernova entstehenden Neutrinos nicht, wie bisher angenommen, im Kern festgehalten, sondern durch Oszillation in so genannte sterile Neutrinos umgewandelt. Deren Freisetzung wiederum erfolge nicht immer symmetrisch, sondern könne dem Neutronenstern einen Impuls erteilen und ihn so in Bewegung setzen. Zwar konnte bislang noch niemand die Existenz der hypothetischen sterilen Neutrinos beweisen. Doch ihre stark richtungsabhängige Emission böte zugleich eine Erklärung für Unregelmäßigkeiten in der expandierenden Hülle von Supernovae. (The Astrophysical Journal, Bd. 544, S.61 )

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001, Seite 28
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001

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