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Vulkanismus: Apokalypse im Rheintal

Vor 12 900 Jahren ereignete sich in der Eifel bei Koblenz eine gewaltige Vulkaneruption. Glutlawinen stauten den Rhein zu einem riesigen See auf, der vermutlich bis nach Mannheim reichte. Als der Damm brach, schoss eine über zehn Meter hohe Flutwelle durch das Rheintal. Ähnliches könnte sich eines Tages wiederholen.
© Paul van den Bogaard und Hans-Ulrich Schmincke
Friedlich ruht der Laacher See in der sanft gewellten Hochfläche der Eifel. 40 Kilometer südlich von Bonn und acht Kilometer westlich des Rheins gelegen, ist er ein idyllischer, wassergefüllter Krater. Von den zwei Millionen Touristen, die jährlich das weltberühmte Kloster Maria Laach an seinem Ufer besuchen, ahnt wohl kaum jemand, dass hier vor 12 900 Jahren – am Ende der Altsteinzeit und kurz nach der letzten großen Vereisung – der gewaltigste Vulkanausbruch in Mittel- und Westeuropa innerhalb der letzten 10 0000 Jahre stattfand.

Während der Hauptphase der Eruption, die vermutlich nur drei Tage dauerte, wurden 20 Kubikkilometer an Asche und erbsen- bis nussgroßen "Lapilli" – zu Bims erstarrte Fetzen aufgeschäumten Magmas sowie Schieferund Sandsteinfragmente vom alten Untergrund – aus dem Krater geschleudert. Das Auswurfmaterial könnte 200 Milliarden Bierfässer von 100 Liter Fassungsvermögen füllen. Die Landschaft östlich des Kraters, wo die Hauptmasse des Fallouts niederging, veränderte ihr Aussehen radikal. Eine Fläche von 1400 Quadratkilometern, was etwa 20 0000 Fußballfeldern entspricht, wurde unter einer viele Meter dicken Bimsschicht begraben. In Kraternähe türmten sich die vulkanischen Auswurfprodukte (Tephra) teils mehr als 50 Meter hoch.

Die senkrecht nach oben steigende Eruptionswolke erreichte mehrfach Höhen von mehr als 20 Kilometern. Ascheregen ging über weiten Bereichen Mittel-, Nord- und Südeuropas nieder. Sogar noch in Südschweden ...

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