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Skandinavien: Die Schätze der Wikinger

Goldschmuck kennzeichnete den erfolgreichen Wikingerkrieger ebenso wie den treuen Gefolgsmann seines Königs – das verraten Überlieferungen und Grabbeigaben. Doch die in manchem Hort zu findenden goldenen Ringe scheinen eine andere Funktion gehabt zu haben. Nur welche?

»An ihrer Kleidung sieht man und an ihren Goldringen, dass sie Freunde des Königs sind«, beschrieb der Dichter Thorbjörn Hornklaue die Gefolgsleute Harald Schönhaars (um 852–933), des ersten norwegischen Königs. In seinem Loblied verrät er auch die Quelle des kostbaren Schmucks: Der König hatte sie seinen Männern geschenkt, offenbar als Zeichen der Anerkennung oder als Dank für ihre Gefolgschaft. Vergleichbare Überlieferungen bezeichnen die Monarchen als »Ringbrecher« – ein Ausdruck für einen freigiebigen Mann, der sein Gefolge groß­zügig belohnte.

Glanz, Farbe und Seltenheit machten Gold zu einem sozialen und politischen Statussymbol. Auch die Feinschmiede, die es zu verarbeiten wussten, genossen hohe gesellschaftliche Anerkennung. Wie etwa jene beiden aus dem Gefolge der schwedischen Königin Sigrid († nach 1014). Sie erkannten einen Ring, den ihr der norwegische König Olav Tryggvason (regierte 995–1000) als Verlobungsgeschenk gesandt hatte, als Fälschung. Tatsächlich bestand er nicht wie angegeben aus massivem Gold, sondern nur aus vergoldetem Kupfer! Die Heirat kam nicht zu Stande …

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 3/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 3/2019

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