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Archäologie: Der Ursprung des Zählens

Wenn Archäologen richtigliegen, hatte nicht nur Homo sapiens das Zeug zum Zählen. Womöglich rechneten schon die Neandertaler und legten sich dafür »Merkzettel« an.
Knochen einer Hyäne

Vor etwa 60 000 Jahren nahm ein Neandertaler dort, wo heute Westfrankreich liegt, ein Stück Tierknochen und ein Steinwerkzeug in die Hand. Er ritzte neun ungefähr gleichartige, parallele Kerben in den Knochen – gerade so, als ob sie etwas bedeuten sollten.

Was genau, damit beschäftigt sich Francesco d’Errico von der Université de Bordeaux. Im Lauf seiner Forscherkarriere untersuchte der Archäologe zahlreiche vorgeschichtliche Artefakte. Seines Erachtens ist der Knochen einer Hyäne, der in den 1970er Jahren an der Fundstelle Les Pradelles in der Nähe von Angoulême auftauchte, auffällig ungewöhnlich.

Meist deuten Archäologen solche gekerbten Objekte als Kunst, d’Errico ist aber der Ansicht, dass der Knochen auch eine praktische Funktion gehabt haben könnte: Mit den Kerben wurden möglicherweise numerische Werte festgehalten. Sollte er richtigliegen, dann wären anatomisch moderne Menschen nicht die Einzigen gewesen, die Zahlzeichen entwickelten. Auch die Neandertaler könnten schon damit begonnen haben …

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  • Quellen

D'Errico, F. et al.: From number sense to number symbols. An archaeological perspective. Philosophical Transactions of the Royal Society B 373, 2018

Joordens, J. et al.: Homo erectus at Trinil on Java used shells for tool production and engraving. Nature 518, 2015

Nieder, A.: Number faculty is rooted in our biological heritage. Trends in Cognitive Sciences 21, 2017

Núñez, R. E.: Is there really an evolved capacity for number? Trends in Cognitive Sciences 21, 2017

Overmann, K. A.: Material scaffolds in numbers and time. Cambridge Archaeological Journal 23, 2013