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Archäologie: Die Opfergruben von Sanxingdui

Im Südwesten Chinas haben Menschen vor rund 3200 Jahren massenhaft Kunstwerke in Erdgruben vergraben - vermutlich als Gaben an ihre Götter. Doch wozu die vielen Objekte einst dienten und welche Zivilisation sie gefertigt hatte, stellt Archäologen noch vor Rätsel.
Spitze Augen, große Ohren, kantige Gesichtszüge – der Kopf aus Bronze zeigt die für die Sanxingdui-Kultur typischen Stilformen. Das Gesicht ist mit einer dünnen Goldfolie belegt. Die Skulptur kam in einer von acht großen Opfergruben ans Licht.

Zum Schluss schleppten die Menschen aus Sanxingdui noch etwas Besonderes zum Opferplatz: dutzende Stoßzähne männlicher Elefanten. In meterhohen Feuern sengten sie jeden davon an. Dann legten sie die Stoßzähne in die Erdgrube, in der sie bereits zahlreiche kunstvolle Gefäße, Skulpturen und Geräte aufeinandergeschichtet hatten. Ganz unten hin kamen kleinere Objekte, bis diese den gesamten Boden der rechteckigen Vertiefung bedeckten. Als Nächstes holten die Menschen schwere Bronzeköpfe von hölzernen Stelen, die unweit der Grube standen. Die überlebensgroßen Bildnisse gelangten ebenfalls in die Erde – und schließlich die wuchtigen Stoßzähne. »Das alles waren Gaben für eine höhere Macht«, sagt Jay Xu, Direktor des Asian Art Museum in San Francisco und Experte für die Opfergruben von Sanxingdui (sprich »Sanschingdui«), einem Ort in der Provinz Sichuan im heutigen Südwesten Chinas.

»Sanxingdui war vor mehr als 3000 Jahren eine der größten Städte Ostasiens«, erklärt Xu weiter. Für Archäologen ist inzwischen klar, dass der Fundplatz ein Machtzentrum in der Tiefebene von Sichuan bildete. Zudem beheimatete es eine eigenständige, frühbronzezeitliche Kultur, die sich völlig von den Siedlungen Zentralchinas unterschied – dort, wo Fachleute lange Zeit die Wiege der chinesischen Kultur wähnten. Die Funde aus Sanxingdui lassen nun an dieser Idee zweifeln …

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  • Quelle

Zhao, W.: New archeological marvels of ancient Shu civilization. National Science Review 8, 2021