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Teilchenphysik: Auch Antineutrinos tun es



Neutrinos können ihre Identität wechseln, also zwischen unterschiedlichen Teilchentypen »oszillieren«. Daran besteht spätestens seit April vergangenen Jahres kaum noch ein Zweifel. Damals präsentierten Wissenschaftler erstmals direkte Hinweise darauf, dass sich Elektron-Neutrinos auf ihrem Flug von der Sonne zur Erde in Myon- und Tau-Neutrinos umwandeln. Jetzt belegte ein ja-panisch-amerikanisches Forscherteam diese Oszillation auch für die Antiteilchen von Elektron-Neutrinos, die aus japanischen Atomkraftwerken stammen. Deren Fluss ist noch zuverlässiger berechenbar als der von solaren Neutrinos. Danach sollte der unterirdische Kamland-Detektor in 145 Beobachtungstagen 86 solche Teilchen registrieren. Tatsächlich waren es aber nur 54. Einzige plausible Erklärung: Die Übrigen hatten sich in Tau- und Myon-Antineutrinos umgewandelt, auf die der Detektor nicht ansprach. Da das Ausmaß dieser Oszillation von der Masse der Teilchen abhängt, sind auch Kosmologen an den Resultaten interessiert; denn sie wüssten gerne, wie viel die im Universum äußerst zahlreichen Neutrinos zur Dunklen Materie beitragen.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003, Seite 55
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003

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