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Wahrnehmung: Auch Blicken will gelernt sein

Wenn Kinder schlecht lesen, schreiben oder rechnen, hapert es oft an der grundlegenden Verarbeitung von Sinneseindrücken. Der Freiburger Hirnforscher Burkhart Fischer erklärt, wie ein gezieltes Training Schülern mit Legasthenie und Dyskalkulie helfen kann.
Da schau her!Laden...
Lesen, Schreiben und Rechnen bilden in unserer Kultur den Grundstock für jede weitergehende Bildung. Doch nicht allen Schülern fällt es leicht, diese Fertigkeiten zu erwerben: Statistisch gesehen sitzt in jeder Grundschulklasse mindestens ein Kind mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) oder Rechenschwäche (Dyskalkulie). In den letzten 15 Jahren haben Forscher intensiv studiert, was den betroffenen Kindern fehlt.
Eine offensichtliche Ursache liegt vor, wenn die jeweiligen Sinnesorgane nicht richtig funktionieren – eine Hörbehinderung erschwert den Spracherwerb, eine Sehschwäche das Lesen. Solche medizinischen Probleme werden in der Regel früh und sicher von Ärzten festgestellt und können behoben werden, etwa per Hörgerät oder Brille. Doch Legasthenie und Dyskalkulie sind so genannte "Teilleistungsstörungen". Sie zeichnen sich gerade dadurch aus, dass die Sinnesorgane der Betroffenen intakt sind und auch sonst keine Auffälligkeiten vorliegen: Die Kinder sind normal entwickelt, manche sogar überdurchschnittlich intelligent.
Wie also entstehen diese punktuellen Störungen? Wir sehen und hören nur ganz zu Beginn des Wahrnehmungsprozesses mit unseren Augen und Ohren – doch zwischen den Sinnesorganen und der Großhirnrinde liegt ein weiter und komplizierter Weg, auf dem die sensorische Information vielfach verarbeitet wird ...
Mai 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Mai 2009

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  • Infos
Quellen

Biscaldi, M. et al.: Voluntary Saccadic Control in Dyslexia. In: Perception 29(5), S. 509-521, 2000.

Denecke-Faßrainer, S., Fischer, B.: Das Kirchberg-Projekt. Unveröffentlichter Forschungsbericht, 2008.

Dyckman, K. A., McDowell, J. E.: Behavioral Plasticity of Antisaccade Performance Following Daily Practice. In: Experimental Brain Research 162(1), S. 63-69, 2005.

Fischer, B., Hartnegg, K.: Effects of Visual Training on Saccade Control in Dyslexia. In: Perception 29, S. 531-542, 2000.

Fischer, B. et al.: Effects of Daily Practice on Subitizing, Visual Counting, and Basic Arithmetic Skills. In: Optometry & Vision Development 39(1), S. 30-34, 2008.

Fischer, B. et al.: Subitizing and Visual Counting in Children With Problems in Acquiring Basic Arithmetic Skills. In: Optometry & Vision Development 39(1), S. 24-29, 2008.

Kujala, T. et al.: Plastic Neural Changes and Reading Improvement Caused by Audiovisual Training in Reading-impaired Children. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 98(18), S. 10509–10514, 2001.

Weber, J. et al.: Die Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeit. In: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie 21(1), S. 65-76, 2007.


Literaturtipp

Fischer, B.: Hören - Sehen - Blicken - Zählen: Teilleistungen und ihre Störungen. Huber, Bern 2007.