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Blickfang: Auf Cézanne getrimmt

Eine frühe Geliebte Paul Cézannes? Nein, dieses Bild basiert auf dem aktuellen Gehirn&Geist-Covermotiv! Ein Algorithmus hat das Foto derart verfremdet, dass es aussieht wie ein Werk des französischen Meisters. Tübinger Neurowissenschaftler um Matthias Bethge haben das Programm geschrieben, das Fotos den Look der Malerei beliebiger Künstler verpasst. Die Software basiert auf so genannten Deep-Learning-Netzwerken, künstlichen neuronalen Netzen, die ähnlich wie Nervenzellen im Gehirn verschaltet sind.

Wie ihr biologisches Vorbild sind sie in der Lage, selbstständig zu lernen – in diesem Fall etwa zu erkennen, ob ein Bild eine Person oder einen Gegenstand zeigt. Diese Fähigkeit ergänzten die Wissenschaftler durch eine neue Methode, mit der das System den Stil des Gemäldes erfassen kann. Dazu analysiert der "DeepArt"-Algorithmus die Farbkomposition des Werks, ob zum Beispiel der Künstler die Farbe mit breiten oder mit dünnen Pinselstrichen auf die Leinwand auftrug und welche Gestaltungselemente er einsetzte. Auf diese Weise kann der Algorithmus jeden Malstil glaubhaft imitieren.

Wer sich von den erstaunlichen Ergebnissen selbst überzeugen möchte, kann auf der Website deepart.io kostenlos ein eigenes Foto sowie ein Gemälde hochladen, die "DeepArt" dann zu einem neuen Bild verschmilzt. (ch)

Gatys, L. A. et al.: A Neural Algorithm of Artistic Style. arXiv: 1508.06576

7/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 7/2016

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