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Parapsychologie: Auf der Jagd nach dem Psi-Faktor

Seit jeher fasziniert Menschen, was sich mit Verstand und Wissen­schaft allein nicht erklären lässt. Doch die Erfor­schung ­paranormaler Phänomene gibt noch immer Rätsel auf.
Als Galileo Galilei anno 1610 seinen Kollegen an der Universität in Florenz beweisen wollte, dass um den Planeten Jupiter vier Monde kreisen, tat er, was wahrscheinlich jeder tun würde. Er stellte ein Fernrohr auf und bat sie, sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen. Doch die honorigen Herren, allesamt Vertreter des geozentrischen Weltbilds, nach dem sich alle Himmelskörper um die Erde drehen, schlugen ihm die Bitte ab. Es sei nicht nötig, nachzusehen, schließlich wisse man, dass da nichts sein könne.
Manchmal fühlt sich Stefan Schmidt wie Galileo Galilei. Das liegt an seinem Forschungsgebiet: Der Freiburger Psy­chologe interessiert sich nämlich ebenfalls für Dinge, die nicht ins Weltbild vieler seiner Kollegen passen. Phä­nomene wie Hellsehen, Telepathie, ­Tele­kinese – kurz: Parapsychologie. »Experimentelle Parapsychologie genauer gesagt«, erläutert Schmidt. »Ich untersuche Phänomene, die sich per Defini­tion nicht mit unserem Wissen und Ver­ständnis in Einklang bringen lassen – zumindest nicht mit unserem momentanen.« Für seine Arbeit muss er immer wieder um Anerkennung ringen. Denn viele seiner Kollegen meinen: Etwas, das es nach den physikalischen Gesetzen nicht geben kann, brauchen wir uns auch nicht genauer anzusehen. Wie bei Galilei eben …
März 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist März 2007

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Literaturtipps

Dunne, B., Jahn, R.: An den Rändern des Realen. Über die Rolle des Bewusstseins in der physikalischen Welt. Altkirchen: M-Tec-Verlag 2001.

Radin, D.: Entangled Minds: Extrasensory Experiences in a Quantum Reality. New York: Paraview Pocket Books 2006.