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Aufmerksamkeit: Mythos Multitasking

Menschen sind erstaunlich schlecht im ­Multitasking – sie wissen es nur nicht. Die gute Nachricht: Konzentration kann man üben!
Multitasking

40 Sekunden – das ist die Zeitspanne, die wir im Schnitt am Computer mit einer gerade begonnenen Aufgabe verbringen, bevor wir uns selbst mit etwas anderem ablenken oder unterbrochen werden. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Mitarbeiter ihre E-Mails elfmal pro Stunde kontrollieren – das sind 88 Unterbrechungen an einem achtstündigen Arbeitstag. 70 Prozent aller Nachrichten werden dabei innerhalb von sechs Sekunden nach Eintreffen geöffnet, was auch damit zusammenhängt, dass 84 Prozent aller Angestellten ihr E-Mail-Programm im Hintergrund immer offen haben. Dabei gilt eines der Grundgesetze des Lernens für jeden von uns: Was nicht aufmerksam gespeichert wird, kann auch nicht abgerufen werden. Und jede Unterbrechung stört den Gedankenfluss des Lernens und Arbeitens.

Konzentration und Achtsamkeit sind entscheidende Elemente des effektiven Lernens, wobei unser Wille unsere Aufmerksamkeit auf einen eng begrenzten Ausschnitt der Umwelt lenkt und dabei äußere und innere Störfaktoren weitgehend ausschaltet, so wie ein Theater­scheinwerfer nur einen kleinen, aber wichtigen Teil der Bühne ausleuchtet. Es ist vor allem eine Leistung des Arbeitsgedächtnisses, das im Stirnlappen unseres Gehirns lokalisiert ist …

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Spektrum Kompakt – Steuerzentrale im Kopf

Als Steuerzentrale unseres Körpers koordiniert das Gehirn zentrale Funktionen von Harndrang bis Immunantwort. Was wir durch das Gehirn wahrnehmen, kann aber auch beeinflusst werden – das sehen wir am Placebo-Effekt und an speziellen Gehirnimplantaten, die Gelähmten natürliches Fühlen zurückgeben.

Gehirn&Geist – Das Gehirn im Halbschlaf: Wie lokaler Schlaf unser Lernen unterstützt

Unser Gehirn schaltet selbst im Schlaf nicht vollständig ab, immer wieder sind einzelne Hirnareale aktiv. Umgekehrt ist es im Tagesverlauf: Stark beanspruchte Bereiche legen immer wieder kurze Pausen ein und fahren ihre Aktivität herunter. Was Forscherteams über die Strategien des Gehirns im Halbschlaf herausgefunden haben, lesen Sie in dieser Ausgabe. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob das Spurenelement Lithium tatsächlich bei verschiedensten körperlichen und psychischen Leiden helfen kann. Wir berichten darüber, wie Feinstaub das Gehirn angreift und belastet, warum Bildungsreformen in Deutschland immer wieder scheitern, und starten eine neue Serie zum Thema »Neuroprothesen« – mit einem Auftaktartikel über ein Hightech-Sprachrohr fürs Gehirn.

Spektrum Dossier – Die Macht der Gene

Was vererbt wurde, kann ein ganzes Leben beeinflussen. Trotzdem hängt unser Schicksal nicht nur von Genen ab. »Spektrum Dossier: Die Macht der Gene« zeigt, was unsere Gesichtszüge beeinflusst, welche genetische Vielfalt Autismus zugrunde liegt und dass Musikalität mehr als nur Veranlagung ist.

  • Quellen

Allen, David: Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag (Getting things done). Piper Verlag, München 2015

Bailey, Chris: Hyperfocus: Wie man weniger arbeitet und mehr erreicht. Redline-Verlag, 2019

Baumeister, Roy, Tierney, John: Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können. Goldman TB Verlag, München 2014

Poldrack, Russell A.: The New Mind Readers: What Neuroimaging Can and Cannot Reveal about Our Thoughts. Princeton University Press, 2018

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