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Onkologie: Weckruf an schlummernde Krebszellen

Tumorzellen, die in Knochen eingewandert sind, bleiben dort oft lange Zeit inaktiv. Doch Monate oder Jahre später können sie "aufwachen", sich teilen und Sekundärtumoren (Metastasen) hervorbringen. Forscher um Peter Croucher vom Garvan Institute of Medical Research (Australien) haben nun herausgefunden, wie es dazu kommt – zumindest bei Mäusen. Demnach werden schlummernde Krebszellen von knochenresorbierenden Zellen geweckt: den Osteoklasten.

Das Team infizierte Mäuse mit Zellen des multiplen Myeloms, einer Krebserkrankung des Knochenmarks. Einige Tumorzellen wanderten in den Schienbeinknochen der Tiere ein. Dort verharrten sie in einem Ruhezustand, solange sie in enger Nachbarschaft zu Osteoblasten blieben – knochenbildenden Zellen. Wurden in ihrer Nähe jedoch Osteoklasten aktiv, begannen sie Tumoren zu bilden.

Somit wird das Wachstum von Knochenmetastasen unterdrückt oder gefördert, je nachdem, ob jeweils Osteoblasten oder Osteoklasten dominieren. Beide Zelltypen wirken an der Regeneration des Skeletts mit. Daraus ergeben sich zwei mögliche medizinische Ansätze. Zum einen könnte man die Aktivität von Osteoklasten dämpfen, etwa mit Medikamenten gegen Osteoporose (Knochenschwund), um schlummernde Tumorzellen nicht zu wecken. Zum anderen könnte man das genaue Gegenteil tun – die Osteoklasten anregen und so die Krebszellen erst recht aktivieren. Das macht diese verletzlicher gegenüber konventionellen Krebstherapien, die auf sich rasch teilende Zellen abzielen.

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