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Abwasser: Aus alt mach frisch



In Windhoek, der Hauptstadt Namibias, waren Ende der 1960er Jahre die meisten unterirdischen Grundwasservorräte erschöpft, die Stauseen der nur zeitweise Wasser führenden Flüsse trocken gefallen. Die Stadtverwaltung beschloss daraufhin, Haushaltsabwässer zu Trinkwasser aufzuarbeiten. Die im Jahr 1968 gebaute erste Wiederaufarbeitungsanlage produzierte anfangs ungefähr 1740 Millionen Liter Trinkwasser im Jahr. Heute liefert sie doppelt so viel und deckt damit ein Viertel des jährlichen Bedarfs der Stadt; eine zur Zeit im Bau befindliche Anlage soll diesen Anteil verdoppeln.

Zwar weigern sich die Einwohner, das gereinigte Wasser zu trinken und nutzen es überwiegend zur Bewässerung von Parks und Gärten. Doch wenn die Süßwasserreserven im Sommer oder während Dürreperioden allzu stark beansprucht werden, mischt die Stadt das geklärte Abwasser dem Leitungswasser bei, während der Dürreperiode von 1995 zum Beispiel zu 30 Prozent.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 8 / 2001, Seite 79
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
8 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 8 / 2001

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