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Welt der Wissenschaft: Meteoriten: Der Meteorit Blaubeuren

Beim Ausheben eines Kabelgrabens wurde im Jahr 1989 zufällig ein sonderbarer, mehr als 30 Kilogramm schwerer Stein ­gefunden. Sein Ursprung blieb jahrzehntelang ­verborgen, und er fristete als ­wenig beachtetes Dekorationsobjekt sein Dasein in einem ­Blaubeurer ­Garten. Im Sommer 2020 avancierte der Steinbrocken zu einer ­Sensation in den Medien. Denn er entpuppte sich als größter ­Steinmeteorit Deutschlands.
Anschnitt des Meteoriten Blaubeuren

Nicht nur einem glücklichen Zufall, sondern insbesondere der Aufmerksamkeit und Umsicht eines Blaubeurer Bürgers ist der Fund des größten deutschen Steinmeteoriten zu verdanken. Wir befinden uns in Blaubeuren, etwa 15 Kilometer westlich von Ulm in Baden-Württemberg. Im Sommer 1989 hob Hansjörg Bayer auf seinem Grundstück im Blaubeurer Ortsteil Weiler einen Kabelgraben aus, um ein leeres Rohr für eine spätere Stromverkabelung zu verlegen. Dabei stieß er zufällig mit dem Spaten auf einen Stein mit einer Größe von 28 x 25 x 20 Zentimetern. Aus einer Tiefe von 50 bis 70 Zentimetern grub der damals 38-jährige Hausbesitzer den Klotz mit einer Masse von mehr als 30 Kilogramm aus. Weil das Fundstück ein auffällig hohes spezifisches Gewicht besaß und offenbar eisenhaltig war, warf Herr Bayer das ungewöhnliche Fundstück nicht weg, sondern ließ es 26 Jahre lang als dekorativen Stein in seinem Garten liegen – stets der Verwitterung ausgesetzt. Im Sommer 2015 hätte der Finder den Brocken fast mit anderem Abraum entsorgt. »Eigentlich lag der Klotz schon auf dem Anhänger, um ihn wegzuschaffen.«, erinnert sich Bayer. Zum Glück überlegte es sich der umsichtige Schwabe anders und bewahrte den Stein seitdem im Keller des Hauses in einem Schrank auf. Auf die Idee, dass es sich um außerirdische Materie handeln könnte, kam der Finder erst später.

Identifikation durch Profis

Im Januar 2020 wollte Bayer endlich Gewissheit über die Natur und Herkunft seines Funds haben und kontaktierte das Insti­tut für Planetenforschung am …

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