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Autobiografisches Gedächtnis : Erzähl dein Leben!

Unsere persönliche ­Lebens­geschichte formt unsere Identität. Doch welche Erfahrungen prägen uns am stärksten?
Stilleben: Tintenfässchen aus Metall, alte Schnürschuhe und alte Unterlagen/Kladden

Was wäre eine Hochzeit oder ein Geburtstag ohne die Rückschau auf das eigene Leben? Familienmitglieder erzählen Anekdoten und zeigen Fotos, langjährige Freunde berichten von gemeinsamen Abenteuern. Doch nicht nur zu besonderen Anlässen, sondern tagtäglich erinnern sich Menschen an Vergangenes, etwa wenn ein Ehemann zu seiner Frau sagt: "Stell dir mal vor, was mir heute passiert ist" oder wenn die Mutter vor dem ersten Rendezvous ihrer Tochter verrät: "So war das damals bei Papa und mir …"

Erinnern und erzählen gehen dabei Hand in Hand. Die Tatsachen korrekt darzustellen, ist nicht essenziell. Stattdessen beschreiben die Erzählenden oft, was sie gefühlt und gedacht haben und ob das Erlebte weitere Geschehnisse angestoßen hat.

Bittet man jemanden, seine Lebensgeschichte zu schildern, beginnt er meist bei seiner Geburt. Eigentlich können wir uns aber an die ersten Lebensjahre gar nicht erinnern. 2012 zeigten Psychologen um Patricia Bauer von der Emory University in Atlanta, dass Kleinkinder Erlebtes schlecht abspeichern und auch leicht wieder vergessen. Diese "frühkindliche Amnesie" betrifft in der Regel die ersten drei bis vier Lebensjahre. ...

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  • Quellen

Bauer, P. J.: The Life I once Remembered: The Waxing and Waning of Early Memories.. In: D. Berntsen & D. C. Rubin (Eds.): Understanding Autobiographical Memory. Cambridge University Press, Cambridge 2012, S. 203–225

Berntsen, D., Rubin., D. C.: Emotionally charged Autobiographical Memories across the Life Span: The Recall of Happy, Sad, Traumatic and Involuntary Memories. In: Psychology and Aging 17, S. 636–652, 2002

Fivush, R.: The Development of Autobiographical Memory. In: Annual Review of Psychology 62, S. 559–582, 2011

Habermas, T., Köber, C.: Autobiographical Reasoning in Life Narratives Buffers the Effect of Biographical Disruptions on the Sense of Self-continuity. In: Memory 23, S. 664–674, 2015

Köber, C. et al.: Characterizing Lifespan Development of Three Aspects of Coherence in Life Narratives : A Cohort-Sequential Study. In: Developmental Psychology 51, S. 260–275, 2015

Loftus, E. F.: Planting Misinformation in the Human Mind: A 30-Year Investigation of the Malleability of Memory. In: Learning & Memory 12, S. 361-366, 2005

Sneed, J. R., Whitbourne, S. K.: Identity Processing and Self-Consciousness in Middle and Later Adulthood. In: The Journals of Gerontology: Series B, Psychological Sciences and Social Sciences 58, S. 313– 319, 2003

Park, C. L.: Making Sense of the Meaning Literature: An Integrative Review of Meaning Making and its Effects on Adjustment to Stressful Life Events. In: Psychological Bulletin 136, S. 257–301, 2010

Allé, M. C. et al.: Impaired Coherence of Life Narratives of Patients with Schizophrenia. In: Scientific Reports 5, 12934, 2015

Habermas, T. et al.: Stuck in the Past: Negative Bias, Explanatory Style, Temporal Order, and Evaluative Perspectives in Life Narratives of Clinically depressed individuals. In: Depression and Anxiety 25, S. 121-132, 2008

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