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Nobelpreis für Medizin: Babyboom aus der Retorte

Im Jahr 1978 gelang es Robert G. Edwards als Erstem, menschliche Eizellen in der Kulturschale zu befruchten und in den Uterus einer Frau zurückzuverpflanzen. Für diese Pioniertat wurde ihm nun der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie verliehen.
Mehr als zehn Prozent aller Paare weltweit sind unfruchtbar. Ihnen eröffnete Robert G. Edwards einen Weg zum eigenen Nachwuchs, als er – gemeinsam mit seinem inzwischen verstorbenen Forschungspartner, dem Gynäkologen Patrick C. Steptoe – zwischen den 1950er und 1970er Jahren die Methode der In-vitro-Fertilisation (IVF) entwickelte. Rund vier Millionen Menschen wurden mittlerweile im Reagenzglas gezeugt, die ohne den britischen Forscher nicht geboren wären. Sie hatte das Nobelkomitee mit Sicherheit im Auge, als es ihrem wissenschaftlichen Vater nun den Preis für Medizin oder Physiologie zuerkannte.

Erwartungsgemäß stieß diese Entscheidung auch auf Kritik. So bewertete sie der Vatikan als "vollkommen deplatziert" und geißelte die "Vermarktung von Eizellen". Ein Sprecher verwies auf die unzähligen Embryonen in Gefriertruhen, die im besten Fall darauf warteten, verpflanzt zu werden, aber mit größter Wahrscheinlichkeit zum Tod verurteilt seien. ...
Dezember 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2010

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