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Schlafstörungen bei Kindern: "Schlaf kann man nicht erzwingen"

Schlaflose Nächte zählen zu den größten Herausforderungen des Elterndaseins. Entsprechend groß ist das Angebot an Schlafratgebern: Immer neue Autoren meinen, die einzig wahre Methode gefunden zu haben. Jörn Borke, Leiter der "Babysprechstunde" an der Universität Osnabrück, empfiehlt dagegen: auf das eigene Bauchgefühl hören!
Jörn Borke
Jörn Borke | Jörn Borke wurde 1972 in Georgsmarienhütte bei Osnabrück geboren. Er studierte Psychologie an der Universität Osnabrück und promovierte dort über "Integrative Kompetenzen und Wohlbefinden". Seit 2004 leitet er die Babysprechstunde an der Universität Osnabrück. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung erforscht Borke zudem, wie der kulturelle Kontext Eltern in ihrem Umgang mit dem Nachwuchs beeinflusst. Derzeit vertritt er eine Professur für Entwicklungspsychologie der Kindheit an der Universität Magdeburg-Stendal. Wenn Jörn Borke selbst nicht einschlafen kann, sagt er möglichst viele afrikanische Hauptstädte auf – das hilft ihm fast immer.

Herr Doktor Borke, "schlafen wie ein Baby" ist eine gängige Redewendung. Dabei scheinen gerade Kinder oft Probleme mit dem Einschlafen zu haben. Wie kommt das?

Der Übergang vom Wachen zum Schlafen stellt große Herausforderungen an die Selbstregula­tion der Kleinen. Aber nicht nur Kindern, auch vielen Erwachsenen fällt das schwer. Gleichwohl gibt es riesige Unterschiede. Manche Säuglinge finden von Anfang an gut in den Schlaf. Andere brauchen hingegen Unterstützung.

Ab wann spricht man von einer Schlafstörung?

Meiner Ansicht nach bringen Definitionsversuche von Schlafstörungen bei Kindern meist wenig. Manche Experten sagen, ein Kind solle nicht länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen brauchen. Diese Regel hilft den Betroffenen aber selten weiter. Kinder können lange wach sein und sich mit dem Einschlafen schwertun, und trotzdem empfindet niemand in der Familie das als problematisch. Und das Kind bekommt auch genügend Schlaf. Umgekehrt kann es sein, dass ein Kind dreimal in der Nacht kurz aufwacht, wie es für sein Alter vielleicht ganz normal ist, und die Familie leidet darunter stark. Das ist dann zwar eigentlich keine Schlafstörung, aber die Eltern haben möglicherweise trotzdem Beratungsbedarf.

Es heißt, in manchen anderen Kulturen hätten Kinder deutlich weniger Probleme mit dem Schlaf. Stimmt das?

Tatsächlich gibt es Unterschiede ...

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  • Literaturtipps

Borke, J. et al.: Babysprechstunde. Herder, Freiburg 2013
Zahlreiche Beispiele mit Tipps zum Umgang mit dem Nachwuchs

Largo, R. H.: Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Piper, München 2010
Standardwerk zur Eltern-Kind-Beziehung

Imlau, N.: Crashkurs Baby. Anleitung für Ungeübte ... garantiert ohne Schnickschnack. Gräfe und Unzer, München 2012
Kompakte, unterhaltsame Einführung