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Blick in die Forschung: Kurzberichte: Baldige Explosion zweier verschmolzener Weißer Zwerge

Forscher der Universitäten in Moskau und Bonn identifizieren den direkten Vorläufer einer Supernova-Explosion, der in nur wenigen tausend Jahren explodieren wird. Es handelt sich dabei höchstwahrscheinlich um das Produkt der Verschmelzung zweier Weißer Zwerge.
Zwei weiße Zwerge

Sonnenähnliche Sterne verbrennen im Lauf ihrer Entwicklung die Elemente Wasserstoff und Helium durch Kernfusion zu Kohlenstoff und Sauerstoff. Bei Sternen unterhalb von etwa acht Sonnenmassen endet die Sternentwicklung an diesem Punkt, da der Kern im Zentrum des Sterns nicht weiter komprimiert werden kann. Der Grund ist, dass die Elektronen im Kern wegen des quantenmechanischen Ausschließungsprinzips, dem so genannten Pauli-Verbot, nicht näher aneinander rücken können. Der innere Kern der Sterns ist entartet, das heißt, wegen der enorm hohen Dichte kommen quantenmechanische Effekte ins Spiel, bei welchen der Druck nur noch von der Dichte und nicht mehr von der Temperatur abhängt. Erreicht der Stern das Ende seiner Entwicklung, dann stößt er seine äußere, wasserstoffreiche Hülle ab. Dabei wird der entartete Kern aus Kohlenstoff und Sauerstoff freigelegt. Der Stern beendet dann sein Leben als Weißer Zwerg mit etwa 0,3 bis 0,8 Sonnenmassen …

Kennen Sie schon …

Sterne und Weltraum – Explosion in Andromeda – Die Supernova von 1885

Die Supernova S Andromedae, die sich außerhalb unserer Galaxis in einer Entfernung von rund 2,5 Millionen Lichtjahren in der Andromedagalaxie ereignete, wurde von dem Astronomen Ernst Hartwig schon im Jahr 1885 entdeckt. Er schrieb damit Astronomiegeschichte. Heute setzen Instrumente wie das neue 4MOST Maßstäbe für die Forschung. Es kann mehr als 2000 Objekte am Himmel gleichzeitig ins Visier nehmen – Sternbeobachtung von den Anfängen bis ins digitale Zeitalter. Darüber hinaus: Schwarze Löcher, die nach dem Verschlingen eines Sterns nach einiger Zeit im Radiobereich wieder aufleuchten, die Geburt eines weißen Zwerges durch eine Sternkollision sowie unser Praxistipp zur Beobachtung des Südhimmels mit Remote-Teleskopen von zu Hause aus.

Spektrum - Die Woche – Wie ein Elementarteilchen unser Weltbild auf die Probe stellte

Das magnetische Moment des Myons stellte das Standardmodell in Frage. Doch Fortschritte bei theoretischen Berechnungen konnten die Unstimmigkeiten zu den hochpräzisen Experimenten nun ausräumen. Darüber hinaus: Wie wirkt sich unsere Darmflora auf die Wirksamkeit von Krebsbehandlungen aus?

Sterne und Weltraum – Supernovae Ia: Wie schnell expandiert das Universum?

Ein »Jugend forscht«-Gewinner stellt sein Projekt vor, in dem er mit mehreren Supernovae Ia die Hubble-Konstante berechnet. Wir berichten über eine neue Hypothese zu schnellen Radioblitzen und präsentieren das Wendelstein-Observatorium in den Bayerischen Alpen. Woran wäre die Landung der Raumsonde SLIM fast gescheitert? Und wie baut man sich eine Ministernwarte im Garten?

  • Literaturhinweise

Gvaramadze,V. et al.: A massive whitedwarf merger product before final collapse. Nature 569, 2019

Schwab, J. et al.: The evolution and fate of super-Chandrasekhar mass white dwarf merger remnants. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 436, 2016

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