Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Chemische Unterhaltungen: Eine "atmende" Stromquelle

Batterien, die Luftsauerstoff zur Stromerzeugung nutzen, ­versprechen den Umstieg von fossiler auf elektrische Energie ­entscheidend voranzubringen. Ein einfaches Exemplar kann jeder mit einer Cola-Dose und Aktivkohle selbst bauen.
Batterie aus einer Alu-Dose und Aktivkohle

Es mag seltsam klingen, aber als Elektrodenmaterial für Batterien eignet sich sogar ganz gewöhnliche Luft. Der in ihr enthaltene Sauerstoff reagiert dabei mit den Wasser-Molekülen des Elektrolyten zu Hydroxid-Ionen. Da er dazu Elektronen aufnehmen muss, fungiert er als Pluspol, bei Batterien Kathode genannt. Die Anode besteht dagegen aus einem unedlen Metall (Me), dessen Atome Elektronen abgeben und als positive Ionen in Lösung gehen. Die Elektrodenreaktionen lauten also:

Anode: Me Men+ + n e–

Kathode: O2 + 2 H2O + 4 e– 4 OH–

Gesamtreaktion: 4 Me + n O2 + 2n H2O 4 Me(OH)n

Solche Metall-Luft-Batterien sind schon relativ lange bekannt und haben teils auch kommerzielle Verwendung gefunden – wie die 1977 eingeführte Zink-Luft-Batterie, die in Form von Knopfzellen heute üblicherweise als Stromquelle für Hörgeräte dient. Allerdings leiden sie unter einem gravierenden Nachteil: Da der Sauerstoff nur langsam aus der Luft in das Trägermaterial der Kathode dif­fundiert, ist die erzielbare Stromstärke und damit die elektrische Leistung relativ gering. Deshalb lassen sich mit Metall-Luft-Batterien bisher nur Geräte betreiben, die recht wenig Strom verbrauchen ...

Metall-Luft-Batterien

Datei herunterladen
Datei (745.8 KB)

Kennen Sie schon …

Spektrum Kompakt – Energiespeicher

Um eine Dunkelflaute zu überstehen, braucht es Energiespeicher, die uns auch in wind- oder sonnenfreien Zeiten versorgen. Von der Eisenverbrennung bis hin zum Speichern von Wasserstoff gibt es viele Lösungsansätze. Aber idealerweise sollten die Kavernen und Großanlagen als System zusammenspielen.

Spektrum - Die Woche – Invasive Arten auf den Teller!

Spektrum - Die Woche – Wer inkompetent ist, überschätzt sich gern

Wer in Tübingen lebt, kommt kaum am Stocherkahn vorbei – charmant wie eine Gondel, aber mit Muskelkraft betrieben. Was einfach aussieht, entpuppt sich als schweißtreibend. Warum wir uns oft überschätzen und was der Dunning-Kruger-Effekt wirklich erklärt, lesen Sie in unserer Titelgeschichte.

  • Quellen

Klaus, M. et al.: Metall-Luft-Batterien mit einer neuartigen Kohle­elektrode. In: CHEMKON 21, S. 65-71, 2014

Linden, D., Reddy, T. B.: Linden’s Handbook of Batteries. Mcgraw-Hill Education, New York 2011

Oetken, M. et al.: Die Passivität der Metalle. In: Praxis der Naturwissenschaften - Chemie 45, S. 15-20, 1996

Wei, Z. D. et al.: Carbon-Based Air Electrodes Carrying MnO2 in Zinc–Air Batteries. In: Journal of Power Sources 91, S. 83-85, 2000

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.