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Aufmerksamkeit: Besser konzentriert dank blauem Licht

Blaues Licht macht Schüler schon am frühen Morgen munter, wie Mediziner der Universität Erlangen-Nürnberg feststellten. Das Team um die Kinder- und Jugendpsychiaterin Petra Studer lud knapp 30 Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 17 Jahren jeweils an zwei Tagen zu früher Stunde ins Labor ein. Nach einer Viertelstunde Ruhezeit im Dunkeln setzten die Forscher die Jugendlichen mit Leuchtstoffröhren an der Decke einem 1000 Lux starken Licht aus – an einem der beiden Tage bestrahlten sie die Teenager mit kurzwelligem, tiefblauen Licht, am anderen mit einem warmen rötlich-gelben. Nach 20 Minuten Lichtdusche absolvierten die Probanden dann eine Reihe von Tests, die das Leseverständnis und die Aufmerksamkeit erfassten.

Auf das Leseverstehen hatte die Wellenlänge keinen Einfluss. Aber bei blauem Licht schnitten die Jugendlichen in zwei von drei Aufmerksamkeitstests besser ab, gemessen an Fehlerzahl und Geschwindigkeit.

Ganz unerwartet kam der Effekt nicht: »Licht synchronisiert unsere innere Uhr mit dem natürlichen Wechsel von Tag und Nacht«, erklären die Forscher. Über diese Mechanismen reguliere der Körper unter anderem, wann wir uns wach oder schläfrig fühlen. Dass der Effekt dank der hohen Lichtintensität schon nach kurzer Zeit nachweisbar war, anders als in den meisten älteren Studien, könne vor allem für Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom praktisch relevant sein.

2/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2019

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  • Quellen
Physiol. Behav. 199, S. 11–19, 2019