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Archäologie: Beuteschau nach der Varusschlacht?

Die Verteilung von Metallfragmenten auf dem antiken Schlachtfeld bei Kalkriese bringt Archäologen auf neue Ideen.
Varusschlacht

Seit vielen Jahren gilt ein gut 30 Quadratkilometer großes Gebiet nördlich von Osnabrück als wahrscheinlichster Kandidat für die Lokalisierung der legendären "Varusschlacht" 9 n. Chr. In seinem Zentrum liegt ein nur knapp zwei Kilometer breiter, stark vernässter Engpass zwischen dem Kalkrieser Berg und dem Großen Moor. Ende des 19. Jahrhunderts legten Münzfunde die Vermutung nahe, dass dort jene Schlacht stattfand, in der dem antiken Autor Tacitus zu Folge drei römische Legionen mitsamt Hilfstruppen und großem Versorgungstross durch ein germanisches Stammesbündnis vernichtet wurden.

Neue Funde von römischen Silbermünzen motivierten ab 1987 systematische Ausgrabungen, und mittlerweile erhärten etwa 6000 Münzen und militärische Ausrüstungsgegenstände, Überreste einer offenbar als Hinterhalt errichteten Wallanlage sowie Gruben mit Skelettresten die Annahme. Insbesondere die Prägedaten der Münzen sprechen für eine Datierung in die Jahre um 9 n. Chr., doch hält die Fachdiskussion bis heute an. ...

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  • Literaturtipp
Rost, A. und Wilbers-Rost, S.: "Kalkriese 6. Die Verteilung der Kleinfunde auf dem Oberesch in Kalkriese. Kartierung und Interpretation der römischen Militaria unter Einbeziehung der Befunde." Römisch-Germanische Forschungen Band 70, Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/ Mainz 2012.