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Gedächtnis: Blockierte Erinnerungen

Vergessen halten wir meist für ein Problem. Doch Unwichtiges auszublenden, schafft Platz fürs Wesentliche! Ein Areal im Stirnhirn hemmt dabei gezielt den Abruf unliebsamer Details.
Ausradiert

Es war so ziemlich das Unfairste, was ich während meines Psychologie­studiums erlebt habe. In seinen ­Vorlesungen schweifte einer meiner ­Psychologieprofessoren öfter mal ab. Besonders gern erging er sich in Schilderungen unbedeutender Probleme der statistischen Auswertung und beendete diese Exkurse ins Reich der Zahlen regelmäßig mit dem Satz: "So detailliert brauchen Sie das nicht zu wissen – das frage ich in der Prüfung sowieso nicht ab." Nur: Im mündlichen Examen kam schließlich genau dieses Thema dran!
Das ist nicht nur deshalb unfair, weil es den Studierenden auch die gewissenhafteste Prüfungsvorbereitung vermasselt. Zudem verletzt es basale psychologische Mechanismen. Laut ­einer Vielzahl von Studien vergessen wir etwas nämlich automatisch schneller, wenn uns jemand sagt, wir bräuchten es uns ohnehin nicht zu merken. Dahinter steckt das schlichte ökonomische Prinzip, Dinge, die uns irrelevant erscheinen, möglichst wenig zu beachten.
Täglich prasseln derart viele Informationen auf uns ein, dass unsere Wahrnehmung notgedrungen selektieren muss ...

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