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Gedächtnis: Blockierte Erinnerungen

Vergessen halten wir meist für ein Problem. Doch Unwichtiges auszublenden, schafft Platz fürs Wesentliche! Ein Areal im Stirnhirn hemmt dabei gezielt den Abruf unliebsamer Details.
Ausradiert

Es war so ziemlich das Unfairste, was ich während meines Psychologie­studiums erlebt habe. In seinen ­Vorlesungen schweifte einer meiner ­Psychologieprofessoren öfter mal ab. Besonders gern erging er sich in Schilderungen unbedeutender Probleme der statistischen Auswertung und beendete diese Exkurse ins Reich der Zahlen regelmäßig mit dem Satz: "So detailliert brauchen Sie das nicht zu wissen – das frage ich in der Prüfung sowieso nicht ab." Nur: Im mündlichen Examen kam schließlich genau dieses Thema dran!
Das ist nicht nur deshalb unfair, weil es den Studierenden auch die gewissenhafteste Prüfungsvorbereitung vermasselt. Zudem verletzt es basale psychologische Mechanismen. Laut ­einer Vielzahl von Studien vergessen wir etwas nämlich automatisch schneller, wenn uns jemand sagt, wir bräuchten es uns ohnehin nicht zu merken. Dahinter steckt das schlichte ökonomische Prinzip, Dinge, die uns irrelevant erscheinen, möglichst wenig zu beachten.
Täglich prasseln derart viele Informationen auf uns ein, dass unsere Wahrnehmung notgedrungen selektieren muss ...

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Spektrum Dossier – Faszination Gedächtnis

Unser Gedächtnis sortiert, löscht und verändert sich fortlaufend. »Das Spektrum Dossier: Faszination Gedächtnis« beleuchtet, warum Vergessen notwendig ist, wie Erinnerungen entstehen und welche Einflüsse unser Gedächtnis im Alltag und im Alter stärken und beeinflussen.

Gehirn&Geist – Wer entscheidet? Wie das Gehirn unseren freien Willen beeinflusst

Was bedeutet es, ein Bewusstsein zu haben? Haben wir einen freien Willen? Diese Fragen beschäftigen Neurowissenschaft, Philosophie und Theologie gleichermaßen. Der erste Artikel zum Titelthema zeichnet die Entwicklung der neurowissenschaftlichen Forschung nach und zeigt, wie das Gehirn das subjektive Erleben formt. Anschließend geht es im Interview mit dem Neurophilosophen Michael Pauen um die Frage, ob wir frei und selbstbestimmt handeln oder nur Marionetten unseres Gehirns sind. Die Antwort hat Konsequenzen für unser Selbstbild, die Rechtsprechung und unseren Umgang mit KI. Daneben berichten wir, wie virtuelle Szenarien die traditionelle Psychotherapie erfolgreich ergänzen und vor allem Angststörungen und Posttraumatische Belastungsstörungen lindern können. Ein weiterer Artikel beleuchtet neue Therapieansätze bei Suchterkrankungen, die die Traumata, die viele Suchterkrankte in ihrer Kindheit und Jugend erfahren haben, berücksichtigen. Zudem beschäftigen wir uns mit der Theorienkrise in der Psychologie: Der Risikoforscher Gerd Gigerenzer erklärt, warum die Psychologie dringend wieder lernen muss, ihre Theorien zu präzisieren.

Gehirn&Geist – Verbrechen: Die Psychologie des Bösen

Warum faszinieren wahre Verbrechen? True Crime ist ein Spiegel unserer psychologischen Neugier: Was macht Menschen zu Tätern – und wie gelingt es Ermittlern, die Wahrheit ans Licht zu bringen? In dieser Ausgabe geht es um die Kräfte, die Menschen in den Abgrund treiben oder zurückholen. Wir zeigen, warum Rache selten Frieden bringt, wie gefährliche Häftlinge in Sicherungsverwahrung leben, was das Stockholm-Syndrom über Überlebensstrategien verrät und mehr.

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