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Agrarwissenschaft: Die vergessene Vielfalt

Hochgezüchtete Einheitsrassen haben die alten Nutztiere der Alpen verdrängt – doch deren Stunde könnte erneut schlagen.

Traditionelle Nutztiere der Alpen haben sich viele Eigenschaften von Wildtieren bewahrt. Raue Witterung, kurze Sommer und starke Temperaturschwankungen bereiten ihnen kaum Probleme. Sie sind trittsicher, genügsam, widerstandsfähig, krankheitsresistent und fruchtbar. Mit ihrer hervorragenden Angepasstheit an ihre jeweiligen Regionen bewähren sie sich schon seit sehr langer Zeit, denn ihre Geschichte begann vor rund 7000 Jahren, als neolithische Bauern die Alpen erreichten.

Heute jedoch sind die alten Nutztiere der Alpen vom Aussterben bedroht, da die Tierwirtschaft des 20. Jahrhunderts auf die Zucht kurzlebiger Hybride (Kreuzungen von Tieren verschiedener Zuchtlinien oder Rassen) setzte, die auf einen möglichst hohen Eier-, Milch- oder Fleischertrag getrimmt sind. Viele Bauern haben zu Gunsten dieser "Tiermaschinen" die Haltung traditioneller Rassen aufgegeben – wodurch ein großes Stück Vielfalt verloren ging.

Der Landschaftsökologe Günter Jaritz beleuchtet diese Entwicklung aus kritischer Perspektive. Er setzt sich im Salzburger Pinzgau (Österreich) für die Erhaltung des Alpinen Steinschafs, der Pinzgauer Strahlenziege und der Blauen Ziege ein. Sein reich bebilderter Band präsentiert gefährdete Rassen und Zuchtlinien des gesamten Alpenraums. Darunter sind Rinder, Schweine, Hühner, Schafe und Ziegen ebenso wie Pferde, Esel und Hunde. ...

Januar 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Januar 2015

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