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Religionswissenschaft: Glaube als Daseinsbewältigung

Drei Wissenschaftler gehen den Ursprüngen der Religion nach.

Seit Anbeginn der Geschichte gibt es Religionen. Daher kann man die Frage stellen, ob sie vielleicht eine biologische Funktion erfüllen und damit evolutionsbiologisch erklärbar sind. Dieses Forschungsfeld ist in den USA bereits fest etabliert, in Deutschland noch nicht. Den drei Autoren des vorliegenden Buchs – Religionswissenschaftler und Biologen – gebührt das Verdienst, hier als Pioniere zu wirken. Sie verfolgen einen interdisziplinären Ansatz, der Religionswissenschaft, Theologie, Biologie, Psychologie, Paläontologie, Archäologie und Kognitionswissenschaft miteinander verzahnt.

Ihre Kernthese lautet: Religionen haben eine klar identifizierbare biologisch-soziale Funktion, daher sind sie auch verhaltensbiologisch von ihren frühesten Anfängen bis hin zu den heute existierenden Weltreligionen erklärbar. Freilich machen die Autoren dabei Anleihen bei den Einsichten des Philosophen Ernst Cassirer (1874 – 1945) und des Kunsthistorikers Aby Warburg (1866 – 1929) zur Natur und Funktion von Symbolen, um die zentrale biologische Bedeutung von Religion zu eruieren. Religionen, so die These von Wunn, Urban und Klein, helfen bei der Daseinsbewältigung durch symbolische Darstellung spezifischer Ängste. Sie sind demnach Angst reduzierende Symbolsysteme. ...

Februar 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2015

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