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Computer: Lernen wie die Kinder

Neue Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz folgen beim Wissenserwerb einem natürlichen Vorbild – und zwar dem der Ein- bis Fünfjährigen.
Roboter mit Geduldsspiel

Wie schaffen es kleine Kinder, in so kurzer Zeit so viel zu lernen? Seit Platons Zeiten zerbrechen sich Philo­sophen den Kopf darüber und finden keine befriedigende Antwort. Mein fünfjähriger Enkel Augie weiß jede Menge über Pflanzen, Tiere und Uhren, von Dinosauriern und Raumschiffen ganz zu schweigen. Außerdem ist ihm klar, was andere Menschen von ihm erwarten, wie sie denken und fühlen. Er nutzt dieses Wissen zur Einordnung dessen, was er mit seinen Sinnen aufnimmt, und zieht daraus neue Schlüsse. So erklärte er mir vor Kurzem, die im American Museum of Natural History in New York ausgestellte neu entdeckte Art von Titanosauriern zähle ebenfalls zu den Pflanzenfressern – sei also eher als harmlos anzusehen.

Dabei ist die Information, die Augie von seiner Umwelt aufnimmt, sehr abstrakt und transportiert von sich aus keine Bedeutung: Es sind nichts weiter als Photonen, die auf die Netzhaut seiner Augen treffen, und Schwin­gungen der Luft, die seine Trommelfelle in Bewegung versetzen. Gleichwohl schafft es der neuronale Computer, der sich hinter Augies blauen Augen verbirgt, von diesen begrenzten Sinneswahrnehmungen ausgehend Aussagen über Pflanzen fressende Titanosaurier zu treffen. Da stellt sich die Frage: Können elektronische Rechner das auch? ...

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  • Quellen

Gopnik, A., Tenenbaum, J.: Bayesian Networks, Bayesian Lear­ning and Cognitive Development. In: Developmental Science 10, S. 281-287, Mai 2007

Gopnik, A.: The Gardener and the Carpenter: What the New Science of Child Development Tells Us about the Relationship between Parents and Children. Farrar, Straus & Giroux, New York 2016

Lake, B. M. et al.: Human-Level Concept Learning through Proba­bilistic Program Induction. In: Science 350, S. 1332-1338, 11. Dezember 2015

Mnih, V. et al.: Human-Level Control through Deep Reinforcement Learning. In: Nature 518, S. 529-533, 26. Februar 2015