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Dareios III.: Alexanders glückloser Gegner

Der Perserkönig bleibt bei allen Analysen der überlieferten Ereignisse der große Unbekannte.

Welch eine Enttäuschung! Alexander, der sich keine geringeren Vorbilder genommen hat als Herakles und Achilles, findet in Dareios III. (regierte 336–330 v. Chr.) keinen Nemeischen Löwen, keinen Hektor von Troja. Sondern einen Taktierer, der auf Zeit spielt; einen Diplomaten, der lieber einen Frieden erkaufen will, statt einen Sieg zu erkämpfen. Entscheidungsschwach und unfähig, zwischen klugen Beratern und tumben Schmeichlern zu unterscheiden. Einen Feigling, der seine Generäle in die Schlacht am Granicus vorschickt, der bei Issos und Gaugamela flieht, als es heikel wird. Der dann sogar seine Insignien wegwirft, um nicht erkannt zu werden.

So schrieben es zumindest griechische und römische Autoren. Dareios III. diente ihnen als Gegenbild, um die Konturen Alexander zu schärfen. Überrascht waren sie nicht, dass er neben dem makedonischen Übermenschen im besten Fall wie der geborene Verlierer wirkte, der ohnehin keine Chance hatte, im schlechtesten wie eine Witzfigur. Denn das Reich der Achämeniden galt ihnen ohnehin als dekadent, die Zeiten der großen Eroberer wie Dareios I. oder Xerxes waren längst vorbei ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 1/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 1/2019

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  • Quelle

Briant, P.: Darius in the Shadow of Alexander. Harvard University Press, Cambridge 2015