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Verhalten: Das Autan der Affen



Bei frei lebenden Kapuzineraffen in Venezuela entdeckten Zoologen vor kurzem ein seltsames Verhalten: Die Tiere zerdrücken Tausendfüßler und reiben sich mit deren Sekret ein. Die Wissenschaftler vermuteten als Grund dafür, dass das in der Absonderung vorkommende Benzochinon den Affen als natürliches Insektizid zur Abwehr lästiger Stechmücken dient. Aber erst jetzt lieferten der Zoologe Paul Weldon und sein Team an der Smithsonian Institution in Front Royal (Virginia) den Beweis für diese Annahme. Zum einen belegten sie die abschreckende Wirkung von Benzochinon auf Moskitos: Eine Silikon-Membran, die menschliches Blut bedeckte, verlor ihre Anziehungskraft auf Stechmücken, wenn sie mit der Chemikalie bestrichen wurde. Zum anderen zeigten die US-Forscher, dass auch bei den Affen allein das Benzochinon zählt. Als Weldon in einem Wildgehege lebenden Tieren Tücher gab, die er mit der übel riechenden Substanz getränkt hatte, rieben sie sich sofort den Körper damit ein. Bei seinem nächsten Besuch kamen ihm die Affen sogar schon von weitem entgegengerannt und rissen ihm die Tücher regelrecht aus der Hand. Für Menschen ist das Mittel freilich nicht zu empfehlen: Benzochinon wirkt ätzend und kann Krebs verursachen. (Naturwissenschaften, Juli 2003, S. 301)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 8 / 2003, Seite 47
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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