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Tagträumen : Flieg, Gedanke, flieg!

Das Gehirn ruht nie – zum Glück: Denn wenn die Gedanken schweifen, beschert uns das überraschende Einsichten.
Frau Nickerchen

Beginnen wir mit einem Experiment. Es ist ganz einfach: Schließen Sie bitte für einen Moment die Augen und versuchen Sie einmal, an gar nichts weiter zu denken! Na los, worauf warten Sie?

… Und? …

Lassen Sie mich raten: Die Sache ging schief. An gar nichts zu denken, ist nämlich viel schwieriger, als es klingt. Wir sind von Natur aus miserabel darin. Ständig geistert uns irgendetwas im Kopf herum, auch wenn wir uns dessen im betreffenden Moment nicht unbedingt bewusst sind.

Ups, du musst dringend noch die E-Mail dieses britischen Tagtraum-Forschers beantworten – Smallwood heißt der Mann, "kleiner Wald". Wie du am letzten Sonntag durch den verschneiten Stadtwald gejoggt bist, da war alles so wunderbar still und weiß. Durch den Milchwald, ach nein, Unter dem Milchwald – das Hörspiel von Dylan Thomas lief letztens im Radio. Du wolltest es noch einmal nachlesen, aber man kommt ja zu nichts …

Und so weiter und so fort spinne ich den endlosen Faden meiner Assoziationen – und Sie Ihren. Der Grund dafür ist einfach: Unser Gehirn ruht nie, nicht einmal nachts, wenn wir schlafen, denn ein Gehirn kennt keine Pausenfunktion. Entweder es assoziiert – oder es ist tot. Dazwischen gibt es nichts. ...

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  • Quellen

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Raichle, M. E. et al.: A Default Mode of Brain Function. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 98, S. 676-682, 2001

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Wilson, T. D. et al.: Just Think: The Challenges of the Disengaged Mind. In: Science 345, S. 75-77, 2014